<?xml version="1.0"?><rss version="2.0"><channel><title><![CDATA[Taiwan heute - Politik]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/]]></link><description><![CDATA[RSS]]></description><language><![CDATA[Deutsch]]></language><image><title><![CDATA[Taiwan heute - Politik]]></title><url><![CDATA[https://taiwanheute.tw/images/logo.jpg]]></url><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/]]></link></image><item><title><![CDATA[Gelebte Demokratie]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101518/Gelebte-Demokratie]]></link><guid>101518</guid><pubDate>2016/02/18</pubDate><description><![CDATA[Am 16. Januar 2016 beschlossen die B&uuml;rger der Republik China an der Wahlurne, das h&ouml;chste Amt im Staat an die Vorsitzende der Demokratischen Progressiven Partei (DPP) Tsai Ing-wen zu vergeben. Tsais Sieg mit 56,1 Prozent der abgegebenen g&uuml;ltigen Stimmen ging mit einer Neu-Ausrichtung der politischen Macht im Legislativ-Yuan, also Taiwans Parlament, einher. Dort gewann die DPP eine absolute Mehrheit der Sitze und stellt damit erstmals in der Geschichte der Republik China die regierende Mehrheitspartei. Die j&uuml;ngsten Wahlen ebneten den Weg f&uuml;r den dritten Machtwechsel in Taiwan nach 2000 und 2008. Abgesehen vom Wechsel der Regierungspartei von der Nationalen Volkspartei (<em>Kuomintang</em>, KMT) zur DPP bedeutet Tsais Sieg einen weiteren historischen Meilenstein, weil mit ihr erstmals eine Frau Staatsoberhaupt der Republik China wird.
<p>Tsai gelobte, nach ihrer Amtseinf&uuml;hrung am 20. Mai die Infrastruktur des Landes weiter zu entwickeln, die Wirtschaft durch Ausbau der Handelsbeziehungen mit S&uuml;dostasien anzukurbeln und das Wohlstandsgef&auml;lle zu vermindern. Im Hinblick auf die Beziehungen &uuml;ber die Taiwanstra&szlig;e bemerkte die designierte Pr&auml;sidentin nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses gegen&uuml;ber Angeh&ouml;rigen der internationalen Medien, man werde &bdquo;gem&auml;&szlig; dem Willen und des Konsens der Taiwaner daran arbeiten, den Status Quo f&uuml;r Frieden und Stabilit&auml;t &uuml;ber die Taiwanstra&szlig;e aufrechtzuerhalten, um so den gr&ouml;&szlig;ten Nutzen und Wohlergehen f&uuml;r die Taiwaner zu erzielen&ldquo;.</p>

<p>Daneben will Tsai darauf beharren, Taiwans Rolle in der globalen Gemeinschaft weiter zu st&auml;rken. &bdquo;Taiwan ist bereit, sich an internationalen Anstrengungen zur Zusammenarbeit zu beteiligen und den gleichen Nutzen zu ernten und die gleichen Pflichten zu schultern wie unsere Partner in aller Welt&ldquo;, sagte sie am Abend des 16. Januar zu den Medienvertretern.</p>

<p>Bei der Parlamentswahl erhielt die DPP durch ihren Triumph ein machtvolles Mandat und gewann 68 der 113 Sitze im Legislativ-Yuan, wogegen die KMT sich mit 35 Sitzen begn&uuml;gen musste. Trotz der Dominanz in der Volksvertretung hat Tsai versprochen, dass die DPP mit anderen politischen Parteien zusammenarbeiten und einen Rahmen zum Besprechen wichtiger politischer Ma&szlig;nahmen aufbauen m&ouml;chte. Au&szlig;erdem sollte vermerkt werden, dass ein nicht unwesentlicher Anteil der W&auml;hler f&uuml;r die so genannte Dritte Kraft stimmte, also politische Gruppierungen, die nicht direkt an die Regierungspartei oder Minderheitsparteien ausgerichtet sind. Die New Power Party (NPP), die Anfang vergangenen Jahres als Forum f&uuml;r jugendlichen Aktivismus gegr&uuml;ndet worden war, hat nun die Gelegenheit, zur Entwicklung des Landes beizutragen. Die aufstrebende Organisation gewann drei Wahlkreise und zwei der &uuml;ber Parteienproporz f&uuml;r politische Gruppierungen mit mehr als 5 Prozent der W&auml;hlerstimmen vergebenen Mandate. Der Aufstieg von Organisationen wie der NPP belegt die robuste, pluralistische Demokratie der Republik China.</p>

<p>Freedom House, eine 1941 gegr&uuml;ndete und in den USA ans&auml;ssige Nichtregierungsorganisation, welche Freiheit, politische Rechte und B&uuml;rgerfreiheiten untersucht und f&ouml;rdert, stuft Taiwan als frei ein. In einer Studie &uuml;ber die politische Landschaft in Taiwan, die im vergangenen Jahr ver&ouml;ffentlicht wurde, beschrieb Freedom House ein Mehrparteiensystem mit lebhaftem Wettbewerb, in dem &bdquo;Oppositionsparteien ohne St&ouml;rung funktionieren k&ouml;nnen&ldquo;. Durch die j&uuml;ngsten Wahlen hat die Republik China wieder einmal anderen L&auml;ndern in der Region und der V&ouml;lkergemeinschaft vorgef&uuml;hrt, dass sie zu den freiesten L&auml;ndern der Welt z&auml;hlt. Die designierte Pr&auml;sidentin Tsai Ing-wen hat gelobt, das Land in diesem Geist der Freiheit und Selbstbestimmung zu f&uuml;hren. &bdquo;Ich werde gemeinsam mit den 23 Millionen Menschen in Taiwan voranschreiten. Zusammen werden wir die Herausforderungen meistern, denen dieses Land gegen&uuml;bersteht. Wir werden durch eine Wahl nicht gespalten. Stattdessen werden wir wegen unserer Demokratie noch einiger werden.&ldquo;</p>

<p>&mdash;Deutsch von Tilman Aretz<br />
&mdash;Quelle: Taiwan Review, 02/01/2015 (Februar 2016, S. 1)<br />
&mdash;Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com</p>]]></description></item><item><title><![CDATA[Hin zu einer schadstoffarmen Zukunft]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101517/Hin-zu-einer-schadstoffarmen-Zukunft]]></link><guid>101517</guid><pubDate>2015/11/19</pubDate><description><![CDATA[Repräsentanten aus über 190 Ländern treffen vom 30. November bis 11. Dezember in Paris für die 21. Parteienkonferenz (<EM>Conference of the Parties</EM>, COP) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (<EM>United Nations Framework Convention on Climate Change</EM>, UNFCCC) zusammen. Die Delegierten versammeln sich mit dem Ziel, ein rechtlich bindendes Abkommen zu schaffen, welches das Kyoto-Protokoll ersetzt und zur weltweiten Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen führt, welche als Hauptkraft hinter der Erwärmung des Weltklimas gelten. Das aktuelle Klimaprotokoll, das 1997 in Kyoto angenommen wurde und Länder dazu bringen sollte, den Ausstoß kohlenstoffhaltiger Schadstoffe zu vermindern, läuft im Jahr 2020 aus. Die Republik China ist zwar kein Mitglied der Vereinten Nationen (<EM>United Nations</EM>, UN) und daher auch kein Unterzeichner von UNFCCC, hält jedoch unerschütterlich an ihrer Unterstützung für die Ziele der internationalen Organisation fest und ist überzeugt, dass das Land durch eine bedeutungsvolle Beteiligung an der UN-Sonderbehörde als Beobachter wesentliche Beiträge dazu leisten könnte, den Klimawandel zu mildern.
<P>Es ist die Pflicht aller Länder, im Interesse zukünftiger Generationen zu handeln. Eingedenk dessen verabschiedete der Legislativ-Yuan, also das Parlament der Republik China, am 15. Juni das Gesetz über die Verminderung des Ausstoßes von und Umgang mit Treibhausgasen. Das Gesetz war erstmals im Jahr 2006 von der Umweltschutzverwaltung (<EM>Environmental Protection Administration</EM>, EPA) angeregt worden und enthält Klauseln über die Verfügung und Umsetzung konkreter Maßnahmen, um den Ausstoß von Treibhausgasen des Landes zu reduzieren. Das Gesetz schreibt vor, dass bis zum Jahr 2050 die Emissionen des Landes um 50 Prozent niedriger sein sollen als im Jahr 2005, also ungefähr 123 Millionen Tonnen.
<P>Vor der 21. Parteienkonferenz wurden die teilnehmenden Parteien aufgefordert, ihre geplanten nationalen Klimaschutzbeiträge (<EM>Intended Nationally Determined Contributions</EM>, INDC) offenzulegen, in denen detailliert aufgeführt ist, welche Maßnahmen sie aufgrund ihrer Umstände und Fähigkeiten zur Verminderung des Ausstoßes kohlenstoffhaltiger Schadstoffe ergreifen wollen. Die INDC-Versprechen der Parteien sollen dabei helfen, eine neue Klima-Abmachung zu gestalten, welche eine nachhaltige schadstoffarme Zukunft gewährleisten soll.
<P>Um weiter als verantwortungsbewusstes Mitglied der Weltgemeinschaft zu handeln und die Entschlossenheit vorzuführen, an den UNFCCC-Prinzipien festzuhalten, veröffentlichte die Regierung der Republik China am 17. September freiwillig ihre INDC-Absichten. Taiwan hat das Ziel, seinen Ausstoß kohlenstoffhaltiger Schadstoffe bis 2030 um 50 Prozent vom regulären Niveau zu senken — 20 Prozent niedriger als 2005. Um dem Land dabei zu helfen, das Ziel einer schadstoffarmen Gesellschaft zu realisieren, bietet die EPA Unternehmen, die ihre Emissionen freiwillig vermindern, Anreize, womit der Aufbau eines Emissionsrechtehandels-Systems erreicht werden soll.
<P>Außerdem hat das Wirtschaftsministerium einen Mechanismus geschaffen, mit dem die Entwicklung einer vielfältigen Mischung von Stromerzeugungsmethoden auf Grundlage des Gesetzes über die Entwicklung erneuerbarer Energie von 2009 gefördert werden soll, darunter Technologien für Erdwärme- und Solarenergie sowie Windkraft. Als zweitgrößter Hersteller von Photovoltaik-Zellen der Welt ist Taiwan im umweltfreundlichen Energiesektor bereits mit führend und bereit, sein ergiebiges Wissen und die Erfahrung in diesem Bereich zu nutzen, um dabei zu helfen, die Ziele für die Verminderung von Schadstoffausstoß in der internationalen Gemeinschaft voranzubringen.
<P>Taiwans Beteiligung an einer UN-Organisation ist nicht etwas völlig Neues. Im Jahr 2009 erhielt das Land Beobachterstatus in der Weltgesundheitsversammlung (<EM>World Health Assembly</EM>, WHA), dem Beschluss fassenden Organ der Weltgesundheitsorganisation (<EM>World Health Organization</EM>, WHO), und konnte so zu einer gesunderen und sichereren Welt beitragen. Mit seiner erwiesenen Bilanz als Innovator und Befürworter nachhaltiger Energie und als Verfechter internationaler Umwelt-Kooperation ist Taiwan bereit, gewillt und fähig, bedeutungsvolle Beiträge zu leisten, um den Klimawandel als UNFCCC-Beobachter anzupacken. Da der Klimawandel ein globales Problem darstellt, müssen alle Nationen der Welt zusammenarbeiten, um eine globale Lösung zu bewerkstelligen.
<P>—Deutsch von Tilman Aretz<BR>—Quelle: Taiwan Review, 12/01/2015 (Dezember 2015, S. 1)<BR>—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com<BR></P>]]></description></item><item><title><![CDATA[Grund zum Feiern]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101516/Grund-zum-Feiern]]></link><guid>101516</guid><pubDate>2015/10/08</pubDate><description><![CDATA[Am 10. Oktober versammeln sich die Menschen überall in Taiwan zu Veranstaltungen anlässlich des Nationalfeiertages, um der Gründung der Republik China zu gedenken und die Leistungen und Opfer zu würdigen, die zur Entstehung der demokratischen und pluralistischen Gesellschaft des Landes führten. Dieser Moment des nationalen Feierns bietet außerdem eine Gelegenheit, den Fortschritt anzuerkennen, der im Laufe der vergangenen Jahre dabei erzielt wurde, die Position des Landes in der internationalen Gemeinschaft weiter zu festigen sowie die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung zu verbessern.
<P>Die Republik China, die zum Zeitpunkt ihrer Entstehung die erste Republik in Asien war, ist seit langem ein leuchtendes Beispiel für Frieden und Demokratie der Region. In diesem Jahr unterstrich die Regierung erneut ihre Entschlossenheit, internationale Stabilität zu fördern, indem sie die Friedensinitiative Südchinesisches Meer vorstellte. Diese Anregung skizziert einen klaren und gangbaren Weg in Richtung Minderung der regionalen Spannungen und ruft zu diesem Zweck alle, die Ansprüche auf Inseln und Gewässer im Südchinesischen Meer erheben, dazu auf, Souveränitätsstreitigkeiten beiseitezustellen und zusammen an der gemeinsamen Entwicklung von Naturschätzen zu arbeiten. Seit der Plan im Mai dieses Jahres vorgestellt wurde, ist er von ausländischen Akademikern und politischen Persönlichkeiten als praktischer Entwurf zur Förderung von regionalem Frieden und Kooperation begrüßt worden.
<P>Die an Format gewinnende Gestalt des Landes auf der Weltbühne erregte im August weitere Aufmerksamkeit, als sechs Länder und Territorien, darunter Indien und Iran, Staatsbürgern der Republik China Vorrechte für visafreie Einreise, e-Visa oder die Möglichkeit der sofortigen Ausstellung eines Visums direkt bei der Ankunft gewährte. Damit beträgt die Zahl der Länder und Territorien, die Inhabern eines Passes der Republik China solche Privilegien einräumen, mittlerweile 153.
<P>Im Bereich der Wirtschaft stellte Taiwan in diesem Jahr eine Reihe von Initiativen vor, um die Entwicklung von neu gegründeten Technologiefirmen zu stärken. Im Juni eröffnete das Land im US-amerikanischen Silicon Valley das Innovations- und Unternehmertumzentrum Taiwan und war damit das erste asiatische Land, das ein staatlich gesponsertes Unterstützungsbüro für seine Unternehmer im Mekka der globalen Technologieindustrie aufbaute. Die Regierung der Republik China hat zudem den Taiwan Silicon Valley Technology Fund eingerichtet, um Firmenneugründungen durch Bürger der Republik China zu finanzieren.
<P>Im Rahmen der Bemühungen, talentierten Nachwuchs im Technologiegewerbe anzulocken und heranzubilden, begann Taiwan im Juli damit, ausländischen Staatsbürgern, die innovative Unternehmen im Land aufbauen möchten, Unternehmervisa anzubieten. Daneben betreibt die Regierung seit Anfang des Jahres ein modernisiertes Online-Forum für Jungunternehmertum, erstellte einen umfangreichen Cluster für Firmenneugründungen mit der Bezeichnung „Taiwan Startup Stadium“, außerdem wurde die frühere Dienstwohnung des Premierministers in einen Stützpunkt für Jungunternehmer und soziale Unternehmen umgewandelt. Durch weitreichende Maßnahmen zur Unterstützung von solcher Innovation schafft die Regierung die Grundlage für die nächste Phase der Wirtschaftsentwicklung des Landes.
<P>Im Laufe der vergangenen zwölf Monate hat die Regierung wesentliche Anstrengungen unternommen, die Gleichberechtigung der Geschlechter und Menschenrechte voranzubringen. Zwar ist die Republik China kein Mitglied der Vereinten Nationen (<EM>United Nations</EM>, UN), dennoch hat das Land Ende vergangenen Jahres das Gesetz über die Durchsetzung der UN-Kinderrechtskonvention (<EM>Convention on the Rights of the Child</EM>, UNCRC) und das Gesetz über die Durchsetzung des UN-Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (<EM>Convention on the Rights of Persons with Disabilities</EM>, CRPD) umgesetzt. Darüber hinaus hat Taiwan weitere Fortschritte dabei erzielt, die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (<EM>Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women</EM>, CEDAW) auszuführen, die im Jahr 2012 im Land Gesetzeskraft erhielt. Bislang wurden ungefähr 90 Prozent aller Gesetze, die nicht mit der Konvention im Einklang stehen, überarbeitet, die übrigen sind zur Überprüfung vorgesehen. Diese Bemühungen heben die Entschlossenheit der Regierung hervor, dafür zu sorgen, dass die Rechte aller Menschen vollständig geschützt sind.
<P>Die Bürger der Republik China haben beim diesjährigen 104. Nationalfeiertag viel Grund zum Feiern. Im Laufe des vergangenen Jahres hat das Land seinen Status als Kraft für regionalen Frieden bekräftigt und Maßnahmen verfügt, um eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. Außerdem hat die Regierung durch ihre Initiativen zum Fördern von Innovation und Jungunternehmertum Taiwan auf den Weg gebracht, das Silicon Valley Asiens zu werden.
<P>—Deutsch von Tilman Aretz<BR>—Quelle: Taiwan Review, 10/01/2015 (Oktober 2015, S. 1)<BR>—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com<BR></P>]]></description></item><item><title><![CDATA[Bindungen der Freundschaft]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101515/Bindungen-der-Freundschaft]]></link><guid>101515</guid><pubDate>2015/09/07</pubDate><description><![CDATA[Am 11. Juli dieses Jahres brach Ma Ying-jeou, Staatspräsident der Republik China, zu einer achttägigen Reise zur Dominikanischen Republik, nach Haiti und Nicaragua auf. Diese diplomatische Reise — Mas elfte seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 — festigte die seit langem bestehenden Bindungen der Freundschaft mit diesen Ländern und hob gleichzeitig die zahlreichen positiven Ergebnisse hervor, welche durch bilaterale Kooperationsprogramme erzielt wurden.
<P>Präsident Ma, der von einer Gruppe von über 80 hochrangigen Regierungsvertretern, Parlamentsabgeordneten und Wirtschaftsrepräsentanten begleitet wurde, reiste zuerst in die Dominikanische Republik, wo er mit seinem dortigen Amtskollegen Danilo Medina zusammentraf und eine Rede vor dem Kongress des Landes hielt. Während seines Aufenthaltes konstatierte das Staatsoberhaupt, dass die robusten Beziehungen zwischen den beiden Seiten durch den erfolgreichen Betrieb eines Pflegezentrums für Kinder mit besonderen Bedürfnissen in Santo Domingo veranschaulicht würden.
<P>Dieses Zentrum, das als Teil eines bilateralen Projektes gegründet wurde, ist bereits 20 000 jungen Menschen zugute gekommen, und die beiden Länder arbeiten derzeit zusammen am Aufbau vier weiterer solcher Einrichtungen. Präsident Ma wies zudem darauf hin, dass bislang 75 taiwanische Unternehmen in der Dominikanischen Republik investiert haben, was die Wirtschaftsentwicklung fördert und den Austausch zwischen den beiden Ländern vertieft.
<P>Anschließend reiste Ma nach Haiti, wo er sich mit Präsident Michel Joseph Martelly traf und das Engagement der Regierung der Republik China, beim Wiederaufbau nach dem Erdbeben mitzuwirken, bekräftigte. In einer Ansprache zur Einweihungszeremonie für das neue Gebäude von Haitis oberstem Gericht, das mit Hilfe der Republik China gebaut worden war, stellte er fest, der Bau symbolisiere die starken Beziehungen zwischen den beiden Verbündeten.
<P>Seit Haiti im Januar 2010 durch ein Erdbeben der Stärke 7,0 verwüstet worden war, half Taiwan dem Land dabei, neun große Landwirtschafts- und Infrastrukturprojekte in Bereichen wie Berufsausbildung und öffentliche Gesundheit zu vollenden. Taiwan beaufsichtigt überdies zahlreiche laufende Entwicklungsprogramme, etwa das vom Außenministerium initiierte Entwicklungsprojekt für Getreide-Anbaupflanzen in Les Cayes. Der Plan, der im Jahr 2013 in Angriff genommen wurde, soll gemäß den Erwartungen dazu beitragen, die inländische Getreideproduktion bis zum nächsten Jahr zu verdoppeln. Während seines Aufenthaltes teilte Ma außerdem mit, die Republik China plane, die bilaterale Kooperation bei Landwirtschaft, Solarenergie und Berufsausbildung auszuweiten.
<P>Bei der letzten Station seiner Reise besuchte Ma Ying-jeou Nicaragua und führte Gespräche mit seinem dortigen Amtskollegen Daniel Ortega. Als Reaktion auf Präsident Ortegas Bitte um Hilfe bei Bewässerungsprogrammen und einem Hafen-Entwicklungsprojekt wies Ma Regierungsvertreter an, eine umfassende Einschätzung vorzunehmen, um zu ermitteln, welche Art von Hilfe Taiwan bieten könne. Das Staatsoberhaupt besichtigte auch eine Fabrik in Managua, die Taiwanern gehört, und erhielt symbolisch den Schlüssel zur historischen Stadt Granada.
<P>Während Zwischenstopps in Boston auf dem Hinflug und in Los Angeles auf dem Rückflug hatte Ma die Gelegenheit, mit 26 Mitgliedern des US-Kongresses direkt zusammenzutreffen oder mit ihnen zu telefonieren. Als er sich in Massachusetts aufhielt, nahm Ma an einem Dinner-Bankett mit im Ausland lebenden Bürgern der Republik China teil und erklärte dazu, die Beziehungen zwischen Taipeh und Washington seien auf ihrem höchsten Niveau seit dem Inkrafttreten des Taiwan-Gesetzes (<EM>Taiwan Relations Act</EM>, TRA) im Jahr 1979, besonders bei Kooperation im Bereich Sicherheit. Ma stattete überdies der Harvard University, seiner Alma Mater, einen Besuch ab und hielt dort eine nicht-öffentliche Rede.
<P>Während seines Zwischenstopps in Kalifornien traf Ma im Yanks Air Museum in Chino mit Harold Javitt zusammen, einem ehemaligen Piloten der US-amerikanischen Luftwaffe. Ma brachte gegenüber dem Veteranen seine Dankbarkeit zum Ausdruck, da dieser in der Amerikanischen Freiwilligengruppe — auch „fliegende Tiger“ genannt — gedient hatte, die im Widerstandskrieg der Republik China gegen Japan kämpfte.
<P>Wie man am warmherzigen Empfang für Präsident Ma in der Dominikanischen Republik, Haiti und Nicaragua erkennen kann, erfreut sich die Republik China gesunder Beziehungen mit diesen Ländern, die allen Beteiligten nutzen. In einem breiteren Zusammenhang untermauerte diese Reise auch den Erfolg der flexiblen Außenpolitik des Präsidenten. Diese flexible und pragmatische Methode bei der Behandlung internationaler Angelegenheiten brachte historische Durchbrüche bei den Beziehungen über die Taiwanstraße hervor, stärkte die Verbindungen mit Ländern, mit denen keine diplomatischen Beziehungen unterhalten werden, und verbesserte die Position des Landes auf der Weltbühne. Darüber hinaus ist die Republik China infolge der größeren Beteiligung auf dem internationalen Schauplatz nun in der Lage, stärkere und stabilere Beziehungen mit ihren diplomatischen Partnern zu erreichen.
<P>—Deutsch von Tilman Aretz<BR>—Quelle: Taiwan Review, 09/01/2015 (September 2015, S. 1)<BR>—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com<BR></P>]]></description></item><item><title><![CDATA[Eine Mission für medizinische Hilfe]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101514/Eine-Mission-f%C3%BCr-medizinische-Hilfe]]></link><guid>101514</guid><pubDate>2015/08/06</pubDate><description><![CDATA[Jedes Jahr entsendet die Regierung der Republik China zahlreiche medizinische Einsatzgruppen in verbündete Staaten und Entwicklungsländer in aller Welt. Diese Gruppen, die partnerschaftlich mit den Regierungen und Lokalverwaltungen zusammenarbeiten, leisten Behandlung kranker und verletzter Patienten, fördern das Bewusstsein für zentrale Fragen öffentlicher Gesundheit und bieten anspruchsvolle Schulung für medizinisches Personal, außerdem modernisieren sie die Einrichtungen und verbessern die Effizienz von Gesundheitsfürsorge-Institutionen. Im Laufe der Jahrzehnte haben sie eine wesentliche Rolle dabei gespielt, die öffentliche Gesundheit und das Wohlergehen in den Partnerländern zu verbessern, und ihre Dienste kamen rund um den Erdball Hunderttausenden von Menschen zugute.
<P>Viele von Taiwans Projekten zu medizinischer Hilfe und Volksgesundheit für verbündete Staaten werden vom Internationalen Kooperations- und Entwicklungsfonds (<EM>International Cooperation and Development Fund</EM>, TaiwanICDF) beaufsichtigt, einer von der Regierung der Republik China unterstützten Auslandshilfe-Organisation. TaiwanICDF arbeitet über die internationale strategische Allianz für Kooperation bei Gesundheitsfürsorge — einer Koalition aus TaiwanICDF und 37 Krankenhäusern im Inland — mit taiwanischen medizinischen Institutionen zusammen, um Medizinerteams zu den Verbündeten der Republik China in Afrika, der Karibik, Mittel- und Südamerika sowie Ozeanien zu schicken.
<P>Seit 2013 arbeitet auch das Ministerium für Gesundheit und Soziales (<EM>Ministry of Health and Welfare</EM>, MOHW) der Republik China mit örtlichen medizinischen Institutionen zusammen, um Gesundheitsfürsorgedienstleistungen in verbündeten Staaten zu fördern. Gegenwärtig sind Kliniken in ganz Taiwan an zahlreichen öffentlichen Gesundheitsprojekten beteiligt, welche das Ministerium in 13 Ländern in Auftrag gab. Beispielsweise beteiligt sich das Kaohsiung Medical University Chung-ho Memorial Hospital abgesehen von kurzfristigen medizinischen Hilfe-Einsätzen derzeit an elf Initiativen auf den Salomonen, darunter Maßnahmen zum Prüfen von Trinkwasserquellen auf Verunreinigungen, Erweiterung und Modernisierung medizinischer Einrichtungen sowie Aufbau von Diagnose-Laboratorien für Dengue-Fieber. In ähnlicher Weise arbeitet das Taipei Medical University Hospital an mehreren Programmen in Swasiland, etwa Maßnahmen zur Entwicklung computerisierter Systeme für Gesundheitsakten und Verabreichung von Impfungen für Grundschulkinder. Diese Beispiele repräsentieren lediglich einen kleinen Teil der laufenden Beistandsprojekte der Republik China.
<P>Unterdessen hat TaiwanICDF ein Programm entwickelt, mit dem verbündete Staaten ihre Bedürfnisse bei medizinischer Ausbildung beschreiben können, anschließend schicken sie Mediziner nach Taiwan, damit sie an Institutionen hier entsprechend unterwiesen werden. Im vergangenen Jahr besuchten 37 Mediziner aus 13 Ländern im Rahmen des Schulungsprogramms für Gesundheitspflegepersonal der Allianz Taiwan und nahmen an klinischen und technischen Kursen teil, zwischen 2005 und 2015 wurden durch die Initiative insgesamt 300 Personen weitergebildet.
<P>Taiwans Gesundheitspflege-Beistandsprojekte waren für die Partnerstaaten von immensem Nutzen. Im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte haben die medizinische Hilfe, technische Unterstützung und Personalschulungseinsätze des Landes für die drei Verbündeten in Afrika — Burkina Faso, São Tomé &amp; Príncipe und Swasiland — schätzungsweise über 100 000 Menschen geholfen. Gleichzeitig haben die Programme der Republik China in den sechs pazifischen Partnernationen — Kiribati, die Marshallinseln, Nauru, Palau, die Salomonen und Tuvalu — sowie ähnliche Projekte in Fiji und Papua-Neuguinea vermutlich über 500 000 Menschen genützt.
<P>TaiwanICDF bemüht sich laufend, die Kooperation mit einheimischen Krankenhäusern und Universitäten zu verstärken, um Taiwans Anstrengungen bei der Förderung von Gesundheit und Wohlfahrt im Ausland aufzuwerten. Im März veranstaltete die Organisation zum Beispiel das „Forum über Hilfspraktiken bei internationaler öffentlicher Gesundheit und Medizin“ in Taipeh, um medizinischen Institutionen die Gelegenheit zu verschaffen, ihr Wissen zu teilen, das sie durch Teilnahme an Auslandseinsätzen erworben haben, außerdem sollten mehr Krankenhäuser und Universitäten ermuntert werden, sich den Beistandsprojekten des Landes anzuschließen.
<P>Zugang zu hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen ist ein Grundrecht. Die Republik China, die für ihr außergewöhnliches nationales Gesundheits-Fürsorgesystem internationale Anerkennung gewann, ist entschlossen, ihre Expertise mit ihren Verbündeten in aller Welt zu teilen. Durch ihre zahlreichen Auslandseinsätze und Spezialprojekte wird Taiwan weiterhin Bedürftigen Behandlung bieten und seinen Partnern bei ihren Anstrengungen helfen, ihre medizinischen Ressourcen zu entwickeln.
<P>—Deutsch von Tilman Aretz<BR>—Quelle: Taiwan Review, 05/01/2015 (Mai 2015, S. 1)<BR>—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com<BR>
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<DIV id=__zsc_once></DIV>]]></description></item><item><title><![CDATA[Meer des Friedens und der Zusammenarbeit]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101513/Meer-des-Friedens-und-der-Zusammenarbeit]]></link><guid>101513</guid><pubDate>2015/07/14</pubDate><description><![CDATA[In den jüngsten Jahren haben wachsende Spannungen wegen Territorialstreitigkeiten im Südchinesischen Meer in der internationalen Gemeinschaft weithin Besorgnis hervorgerufen. Durch das rohstoffreiche Gebiet verläuft eine der belebtesten Handelsverkehrsrouten der Welt, jedes Jahr werden Handelsgüter im Wert von schätzungsweise 5 Billionen US$ durch diese Gewässer geschippert. Einseitige Versuche, territoriale Ansprüche durchzusetzen oder die Öl- und Gasvorräte im Südchinesischen Meer auszubeuten, stellen eine ernste Bedrohung für Wohlstand und Sicherheit der Region dar. Es ist daher wesentlich, dass alle beteiligten Parteien zusammenarbeiten, um internationale Mechanismen für die Behandlung von Streitigkeiten einzurichten.
<P>Am 26. Mai dieses Jahres stellte Ma Ying-jeou, Staatspräsident der Republik China, die Friedensinitiative Südchinesisches Meer vor, eine praktische Anregung zur Verminderung von Spannungen und zur Förderung von Kooperation. Dieser neue Plan, welcher die gleichen Prinzipien enthält wie die erfolgreiche Friedensinitiative Ostchinesisches Meer (<EM>East China Sea Peace Initiative</EM>, ECSPI), die im August 2012 vorgestellt wurde, appelliert an alle beteiligten Parteien, Souveränitätsstreitigkeiten beiseitezustellen und die gemeinsame Entwicklung der reichen Naturschätze der Gegend zu fördern.
<P>Seit Präsident Ma im Mai 2008 sein Amt antrat, hat die Regierung der Republik China beständig ihr Engagement vorgeführt, Frieden und Stabilität zu pflegen. Unter der flexiblen Außenpolitik seiner Regierung, welche für einen flexiblen und pragmatischen Ansatz eintritt, um Meinungsverschiedenheiten anzupacken, hat Taiwan bei den Beziehungen über die Taiwanstraße historische Durchbrüche erzielt. Weitere Belege für die Wirksamkeit dieser Politik liefert die ECSPI, welche dazu beitrug, die Unterzeichnung eines Fischereiabkommens mit Japan im April 2013 zu ermöglichen. Das Fischereiabkommen, durch das ein 40-jähriger Zwist ein Ende fand, schützt gleichermaßen die Rechte von taiwanischen und japanischen Booten, sich in den Gewässern um die Diaoyutai-Inseln zu betätigen, woraus beide Seiten beträchtlichen Nutzen ziehen.
<P>In gleicher Weise wie ECSPI favorisiert der neue Friedensvorschlag Zusammenarbeit gemäß dem Prinzip, dass man zwar Souveränität nicht teilen kann, Ressourcen dagegen schon. Als Ma die Initiative ankündigte, bekräftigte er den Standpunkt, dass die Spratly-Inseln (Nansha), die Paracel-Inseln (Shisha), die Macclesfield Bank (Chungsha) und die Pratas-Inseln (Dongsha) sowie ihre umliegenden Gewässer im Südchinesischen Meer untrennbarer Bestandteil des Territoriums der Republik China seien, und zwar vom Blickwinkel der Geografie, der Geschichte wie auch des Völkerrechts aus gesehen. Die Republik China besitzt im Einklang mit dem Völkerrecht alle Rechte auf diese Inselgruppen und ihre umliegenden Gewässer. Der Staatschef betonte außerdem, dass es notwendig sei, die Souveränitätsstreitigkeiten beiseitezustellen und Systeme für die gemeinsame Entwicklung von Ressourcen einzurichten.
<P>Die Friedensinitiative Südchinesisches Meer legt einen klaren und praktischen Weg an, um diese Ziele zu erreichen. Sie ruft alle beteiligten Parteien dazu auf, Zurückhaltung zu üben und einseitiges Handeln zu vermeiden, und sie tritt dafür ein, Streitigkeiten durch Beratungen und Dialog beizulegen. Die Länder werden dazu angehalten, die Freiheit und Sicherheit von Navigation und Flügen über das Gebiet aufrechtzuerhalten, und man solle dafür sorgen, dass alle in Streitigkeiten verwickelte Parteien an Bemühungen beteiligt werden, Wohlstand und Sicherheit der Region zu verbessern. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, Souveränitätsstreitigkeiten beiseitezustellen, ein Verfahren für die Zonenentwicklung von Ressourcen unter integrierter Planung zu schaffen, und es sollen Koordinationsmechanismen für nicht-traditionelle Sicherheitsfragen aufgestellt werden wie Katastrophenhilfe und Umweltschutz. Während das Konfliktrisiko eskaliert, ist es von entscheidender Bedeutung, dass alle Parteien partnerschaftlich auf das Ziel hinarbeiten, die in der Friedensinitiative Südchinesisches Meer enthaltenen Konzepte umzusetzen.
<P>Durch die Anregung der Initiative hat die Regierung der Republik China unmissverständlich ihre Bereitschaft gezeigt, mit den anderen betroffenen Parteien zusammenzuarbeiten, um die langfristige Stabilität in der Region zu fördern. Überdies hat Taiwan durch das Eintreten für Kooperation anstelle von Konfrontation, Flexibilität anstelle von Kompromisslosigkeit sowie kollektive Entwicklung anstelle von einseitigen Versuchen zur Ausbeutung von Ressourcen einen durchführbaren und pragmatischen Vorschlag dargelegt, Frieden und Wohlstand im Südchinesischen Meer zu erzielen.
<P>—Deutsch von Tilman Aretz<BR>—Quelle: Taiwan Review, 07/01/2015 (Juli 2015, S. 1)<BR>—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com<BR></P>]]></description></item><item><title><![CDATA[Globale Perspektiven fördern]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101512/Globale-Perspektiven-f%C3%B6rdern]]></link><guid>101512</guid><pubDate>2014/12/31</pubDate><description><![CDATA[Durch die Verflechtung der Weltwirtschaft und das sich erhöhende Tempo des technologischen Fortschritts rücken die Länder rund um den Erdball enger zusammen. Da Erfolg in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereichen zunehmend von Wissen über internationale Angelegenheiten abhängt, ist es von wesentlicher Bedeutung, dass Länder ihren jungen Leuten globale Perspektiven und Gelegenheiten bieten, andere Kulturen zu erkunden. In dieser Hinsicht fühlt sich die Republik China verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre jüngere Generation über das Wissen verfügt, das man braucht, um in einer gegenseitig abhängigen Welt Herausforderungen zu meistern und Gelegenheiten zu nutzen. 
<P>Die Republik China erkennt an, dass direkte Erfahrung der beste Weg ist, um etwas über ausländische Kulturen zu lernen, und sie hat sich aktiv um Kooperationsabkommen bemüht, die kulturübergreifende Interaktion fördern. Seit Staatspräsident Ma Ying-jeou im Mai 2008 sein Amt antrat, hat die Regierung der Republik China Arbeitsferien-Abkommen mit neun Ländern unterzeichnet, die Zahl solcher Verträge stieg damit von vormals 2 auf 11. Gegenwärtig sind Arbeitsferien-Abkommen zwischen der Republik China und Australien, Belgien, Deutschland, Großbritannien, Irland, Japan, Kanada, Neuseeland, der Slowakei, Südkorea und Ungarn in Kraft. Statistiken des Außenministeriums in Taipeh zeigen, dass zwischen 2004 und 2014 über 128 000 junge taiwanische Erwachsene die Arbeitsferien-Programme nutzten, was die Bereitschaft von Taiwans jüngerer Generation hervorhebt, sich mit Gesellschaften in der ganzen Welt zu befassen. 
<P>Daneben haben Ministerien der Republik China ein Spektrum von Initiativen entwickelt, welche unter Oberschülerinnen, Oberschülern und Universitäts-Studierenden globale Sichtweisen heranbilden. Im Jahr 2009 wurde das vom Außenministerium gesponserte Internationale Jugendbotschafter-Austauschprogramm gestartet, um es taiwanischen Universitäts-Studierenden zu ermöglichen, das Leben in anderen Ländern zu erfahren, während gleichzeitig Menschen aus den Gastgeberländern die Gelegenheit erhalten, ein tieferes Verständnis von Taiwan zu gewinnen. Seit der Initiierung des Programms haben Teilnehmer Länder und Regionen auf allen fünf Kontinenten besucht. In diesem Jahr wurden die 128 Jugendbotschafter, die sich an der Initiative beteiligten, in acht Gruppen unterteilt, von denen jede über einen Zeitraum von 21 Tagen vier oder fünf Länder oder Städte besuchte. 
<P>Seit 2002 sponsern das Bildungsministerium und das Außenministerium das Programm „Diplomatische Teenager-Gesandte“. Diese Initiative gibt Oberschülern die Gelegenheit, ins Ausland zu reisen, um staatliche und nichtstaatliche Organisationen zu besuchen, überdies können Vertretungsbüros der Republik China und bekannte Kultur- und Bildungsinstitutionen besichtigt werden. Bislang haben etwa 140 Schülerinnen und Schüler von 35 Oberschulen an dem Programm teilgenommen. 
<P>Die Republik China hat daneben das internationale Bewusstsein für Regierungspolitik und Lokalkultur ausgeweitet, indem Initiativen für ausländische Austauschstudierende und besondere junge Erwachsene aus aller Welt entwickelt wurden. Der Internationale Kooperations- und Entwicklungsfonds Taiwan, eine staatlich gesponserte gemeinnützige Auslandshilfe-Organisation, veranstaltet seit 2010 jedes Jahr ein Sommerlagerprogramm, um das Verständnis junger Leute für Entwicklungsprojekte zu mehren und Jugendaustausch zu erleichtern. Jedes Internationale Kooperations- und Entwicklungs-Sommerlager wird von einer ungefähr gleichmäßigen Mischung einheimischer und ausländischer Austausch-Studierender besucht, und bislang haben über 300 Nachwuchsgelehrte daran teilgenommen. 
<P>Außerdem organisiert das Außenministerium gemeinsam mit dem Ostwest-Zentrum, einer Denkfabrik in Hawaii (USA), das Programm Führung pazifischer Inseln (Pacific Islands Leadership Program, PILP). Nach einem achtwöchigen Kurs in dem US-amerikanischen Bundesstaat besuchen die Teilnehmer ein einmonatiges Programm in Taiwan, um mehr über das politische Umfeld, die Wirtschaft und die Beziehungen des Landes mit den pazifischen Inselstaaten zu erfahren. Dieses Jahr kam eine Gruppe von 26 Berufstätigen zwischen 27 und 44 Jahren für den Führungskurs nach Taiwan. Die Teilnehmer, die aus 13 Ländern stammten, darunter Kiribati, die Marshallinseln, Nauru, Palau und die Salomonen, erfuhren auch allerhand über Taiwans Hilfepolitik, das Bildungssystem und Umweltschutzmaßnahmen. Das Führungsprogramm fand erstmals im vergangenen Jahr statt und soll innerhalb von fünf Jahren 125 junge Führungspersönlichkeiten heranbilden. 
<P>Die oben genannten Initiativen sind lediglich ein Beispiel für die Anstrengungen der Regierung der Republik China, das Wissen junger Leute über internationale Angelegenheiten zu vergrößern und das globale Bewusstsein im Land zu verbessern. Diese Maßnahmen führen überdies Taiwans dauerhaftes Engagement vor, mit Ländern in aller Welt kulturübergreifende Beziehungen zu entwickeln, die für alle Beteiligten vorteilhaft sind. 
<P align=right ><EM>(Deutsch von Tilman Aretz)</EM></p> 
<P>—Quelle: Taiwan Review, Dezember 2014<BR>—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com<BR></P>]]></description></item><item><title><![CDATA[Gute Gründe für Beteiligung]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101511/Gute-Gr%C3%BCnde-f%C3%BCr-Beteiligung]]></link><guid>101511</guid><pubDate>2014/11/28</pubDate><description><![CDATA[Zwischen dem 1. und 12. Dezember werden sich schätzungsweise 15 000 Menschen aus aller Welt in der peruanischen Stadt Lima zur 20. Parteienkonferenz (<EM>Conference of the Parties</EM>, COP) der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (<EM>United Nations Framework Convention on Climate Change</EM>, UNFCCC) versammeln. Die Republik China ist kein Mitglied der Vereinten Nationen (<EM>United Nations</EM>, UN) und daher auch kein Unterzeichner der UNFCCC. Als Nation, die wegen der Auswirkungen des Klimawandels in eine ungewisse Zukunft sieht, versteht Taiwan jedoch die elementare Bedeutung der Konvention und die Notwendigkeit umfassender internationaler Mechanismen gegen die Erwärmung des Weltklimas. Seit 2009 strebt die Regierung der Republik China aktiv Teilnahme an COP-Konferenzen als Beobachter an und appelliert dieses Jahr erneut an die internationale Gemeinschaft, zu unterstützen, dass sie in globale Bemühungen gegen den Klimawandel einbezogen wird.<BR>
<P>Als moderne Industrienation erkennt Taiwan an, dass es dazu verpflichtet ist, mit gutem Beispiel voran zu gehen, und setzte freiwillig Ziele zur Verminderung des Ausstoßes kohlenstoffhaltiger Schadstoffe fest. Im Jahr 2008 gab der Exekutiv-Yuan — also das Regierungskabinett oder Ministerrat der Republik China — seinen Plan bekannt, bis 2025 die Emissionen auf das Niveau von 2000 zu senken und bis 2050 auf die Hälfte des Niveaus von 2000. Seitdem hat das Land bemerkenswerte Fortschritte dabei gemacht, diese Ziele zu erreichen. Laut Statistiken der Internationalen Energiebehörde (<EM>International Energy Agency</EM>, IEA) gingen Taiwans Pro-Kopf-Emissionen von Kohlendioxid durch Treibstoff-Verbrennung in den Jahren 2011 und 2012 zurück, und die Pro-Kopf-Emissionen von Kohlendioxid durch Treibstoff-Verbrennung des Jahres 2012 lagen ungefähr 8,6 Prozent niedriger als das Niveau von 2007.</P>
<P>Weil Taiwan nur über begrenzte eigene Energie-Ressourcen verfügt und sich deswegen auf Einfuhren von Öl und Kohle stützen muss, um den Großteil des Energiebedarfs zu decken, wurden in den jüngsten Jahren mehrere politische Maßnahmen umgesetzt, mit denen die Abhängigkeit des Landes von solchen Energieträgern vermindert und nachhaltige Entwicklung gefördert werden soll. Auf der Grundlage des Gesetzes über die Entwicklung erneuerbarer Energien, das 2009 verkündet wurde, entwickelt die Regierung ein vielfältiges Spektrum von umweltfreundlichen Strom-Initiativen. Die Kapazität des Landes zur Erzeugung erneuerbarer Energie stieg 2013 übers Jahr um fast 25 Prozent auf 3,8 Gigawatt, und die Regierung rechnet damit, dass im Jahr 2030 diese Kapazität 13,8 Gigawatt erreichen wird. Die Entwicklung erneuerbarer Energien wird von Taiwans angesehenem Sektor der Ökotechnologie beträchtliche Hilfe erhalten. Taiwans Solarzellen- und Leuchtdiodengewerbe gehören zu den größten der Welt, und das Land besitzt außerdem beträchtliche Weltmarktanteile in Bereichen wie Elektrofahrzeuge und Energiespeicherung. Heute spielen die von taiwanischen Unternehmen entwickelten innovativen Technologien eine Schlüsselrolle bei Stromsparen und Initiativen für umweltfreundliche Energie im In- und Ausland.</P>
<P>Während Taiwan daran arbeitet, nachhaltige Entwicklung voranzubringen, engagiert das Land sich auch für die Förderung von internationaler Kooperation beim Umweltschutz. Im April startete Taiwan gemeinsam mit den USA die Initiative Internationale Umweltpartnerschaft, um die eigene Expertise in diesem Bereich mit anderen Ländern zu teilen. Beim Start dieses Programms in Taipeh war auch Gina McCarthy anwesend, die Leiterin der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde (<EM>Environmental Protection Agency</EM>, EPA), die zu Protokoll gab, „Taiwan verdient sich Anerkennung als weltweiter Umwelt-Führer“. McCarthy, die Taiwan besuchte, um die zwei Jahrzehnte von Zusammenarbeit im Umweltbereich zwischen den beiden Ländern zu würdigen, sagte außerdem, die neue Initiative „erkennt den Fortschritt der Vergangenheit und die wichtigen zukünftigen Beiträge an, die Taiwan in der ganzen Welt leisten kann“.</P>
<P>Im fünften Einschätzungsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses über Klimaveränderung (<EM>Intergovernmental Panel on Climate Change</EM>, IPCC) heißt es, ohne neue Maßnahmen gegen die Erwärmung des Weltklimas sei zu erwarten, dass sich die Durchschnittstemperaturen verglichen mit dem vorindustriellen Niveau bis zum Jahr 2100 um 3,7 bis 4,8 Grad Celsius erhöhen würden, und der Meeresspiegel werde bis Ende des 21. Jahrhunderts zwischen 26 und 82 Zentimeter ansteigen. Diese Prognosen heben hervor, wie groß die Bedrohung für die Menschheit ist und wie dringend umfassende globale Lösungen gebraucht werden. Taiwan hat den Wunsch und auch die technische Expertise, bei solchen Maßnahmen wesentliche Beiträge zu leisten. Indem man Taiwans Streben nach Beteiligung an der UNFCCC unterstützt, kann man die internationalen Anstrengungen gegen den Klimawandel wirksamer und wahrhaftig global machen.</P>
<P align=right><B><I>(Deutsch von Tilman Aretz)</I></B></P>
<P>—Quelle: Taiwan Review, November 2014<BR>—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter taiwanheute@yahoo.com<BR></P>]]></description></item><item><title><![CDATA[Anhaltenden Wohlstand gewährleisten]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101510/Anhaltenden-Wohlstand-gew%C3%A4hrleisten]]></link><guid>101510</guid><pubDate>2014/10/24</pubDate><description><![CDATA[<P>Am 10. Oktober wird mit landesweiten Feierlichkeiten in Taiwan der 103. Nationalfeiertag der Republik China begangen. Dieser Anlass, an dem des Gründungstages der ersten Republik Asiens gedacht wird und der außerdem an die Kämpfe und Triumphe erinnert, welche zur demokratischen und pluralistischen Gesellschaft der Republik China führten, bietet auch eine Gelegenheit, über die vielen wesentlichen Erfolge des vergangenen Jahres bei den Außenbeziehungen des Landes und der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen nachzudenken.</P>
<P>Während jenes Jahres begaben die Führungspersönlichkeiten des Landes sich auf mehrere bedeutende Auslandsreisen, welche die starken Beziehungen der Republik China mit ihren diplomatischen Verbündeten hervorhoben und das internationale Profil des Landes schärften. Staatspräsident Ma Ying-jeou nahm an den Amtseinführungen des honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández und von Panamas Präsidenten Juan Carlos Varela teil, während Premierminister Jiang Yi-huah die Republik China bei der Amtseinführung von El Salvadors Präsident Salvador Sánchez Cerén repräsentierte. Präsident Ma besuchte zudem Burkina Faso, São Tomé und Príncipe and El Salvador. Daneben führte Vizepräsident Wu Den-yih eine Delegation zur Heiligsprechung der Päpste Johannes XXIII. und Johannes Paul II im Vatikan, wo er mit Papst Franziskus zusammentraf und die Allianz zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik China bekräftigte.</P>
<P>Der internationale Rang des Landes erhielt im Mai weiteren Auftrieb, als sich die Zahl der Staaten und Territorien, die Staatsbürgern der Republik China visafreie Einreise erlauben, auf 140 erhöhte, gegenüber Mai 2008 eine Zunahme von 86. Dieser bemerkenswerte Anstieg belegt den Erfolg der Regierung bei der Strategie der flexiblen Außenpolitik und das hohe Ansehen, welches das Land und seine Bürger rund um den Erdball genießen.</P>
<P>In diesem Jahr wurde überdies ein historischer Meilenstein bei den Beziehungen über die Taiwanstraße passiert, als Wang Yu-chi, Minister des Rates für Festlandangelegenheiten (<EM>Mainland Affairs Council</EM>, MAC) der Republik China, aufs chinesische Festland reiste und dort mit Zhang Zhijun, dem Direktor des Amtes für Taiwan-Angelegenheiten (<EM>Taiwan Affairs Office</EM>, TAO), zusammentraf. Das Treffen, bei dem Wang und Zhang sich mit ihren offiziellen Amtstiteln anredeten, machte internationale Schlagzeilen und wurde von den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union und anderen begrüßt, da es das erste Mal war, dass formale Gespräche zwischen Spitzen-Repräsentanten für Beziehungen über die Taiwanstraße beider Seiten stattfanden, seit Taiwan und das chinesische Festland nach 1949 von separaten Regierungen verwaltet werden. Bei der Begegnung einigten die beiden Seiten sich darauf, einen regulären und direkten Kommunikationskanal einzurichten, und Zhang reiste im Juni zum Gegenbesuch nach Taiwan. Diese Ereignisse verdeutlichen die positiven Schritte, welche zum Aufbau eines Verhältnisses von beiderseitigem Nutzen über die Taiwanstraße unternommen wurden.</P>
<P>Wegen des exportorientierten Wesens von Taiwans Wirtschaft und dem wachsenden Trend in Richtung regionaler Handelsintegration ist die Republik China mit komplizierten Entscheidungen über ihre Wirtschaftsentwicklung konfrontiert, und unter den Bürgern des Landes gibt es eine Vielzahl von Ansichten darüber, wie anhaltendes Wachstum gesichert werden soll. Im Juli veranstaltete die Regierung die Nationalkonferenz über Wirtschafts- und Handelsangelegenheiten, welche den Bürgern ein Forum zum Meinungsaustausch bot, um zu einem nationalen Konsens über Wirtschaftspolitik zu gelangen. Diese Konferenz zeigte die demokratischen Prinzipien und den Bürgersinn, welche der taiwanischen Gesellschaft zugrunde liegen, und führte zu Empfehlungen wie Vorantreiben der internationalen Integration, die dazu beitragen werden, zukünftige Strategien für Wirtschaftswachstum zu gestalten.</P>
<P>Kerninitiativen wurden dieses Jahr gleichfalls umgesetzt, um die soziale und wissenschaftliche Entwicklung im In- und Ausland zu fördern. Das Regierungskabinett der Republik China stellten seinen zweiten nationalen Bericht über die Umsetzung des Übereinkommens zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (<EM>Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women</EM>, CEDAW) der Vereinten Nationen vor, der später auf Einladung der Regierung von internationalen Experten geprüft wurde. Außerdem besuchten weltbekannte Gelehrte für die Zeremonie zur erstmaligen Verleihung des Tang-Preises Taiwan. Dieser fortschrittliche Forschungspreis, welcher globale Leistungen in den Bereichen biopharmazeutische Wissenschaft, Rechtsstaatlichkeit, Sinologie und nachhaltige Entwicklung ehrt, lenkte internationale Aufmerksamkeit auf die Bemühungen der Republik China, für die Welt eine bessere Zukunft aufzubauen.</P>
<P>Die oben aufgelisteten Leistungen sind lediglich eine kleine Auswahl der laufenden Anstrengungen auf allen Ebenen der Gesellschaft, die diplomatische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Republik China voranzubringen. Während der Nationalfeiertag näherrückt, dienen sie als zeitlich passende Erinnerung an den Fortschritt, der in Richtung anhaltendem Wohlstand des Landes gelungen ist. (Deutsch von Tilman Aretz)<BR>—Quelle: Taiwan Review 10/2014<BR>—Zuschriften an die Taiwan heute-Redaktion unter <A href="mailto:taiwanheute@yahoo.com">taiwanheute@yahoo.com</A></P>
<P>&nbsp;</P>]]></description></item><item><title><![CDATA[Hilfe effizienter machen]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101508/Hilfe-effizienter-machen]]></link><guid>101508</guid><pubDate>2014/09/01</pubDate><description><![CDATA[In diesem Jahr erschien São Tomé und Príncipe, ein Inselstaat vor Afrikas Westküste und seit Mai 1997 diplomatischer Partner der Republik China, erstmals auf der Traumferien-Wunschliste der Reise-Website CNN Travel. Mei Hsiao, freiwillige Hilfsdienstleistende aus Taiwan, freut sich über die Aufnahme des afrikanischen Landes in die CNN-Liste, denn seit ihrer Ankunft dort im August 2012 befasst sie sich mit der Entwicklung von Marketingprogrammen im Fremdenverkehrsbereich für die Regierung von São Tomé und Príncipe. Hsiao arbeitet als Freiwillige des Internationalen Kooperations- und Entwicklungsfonds (<I>International Cooperation and Development Fund</I>, ICDF), Taiwans wichtigster Organisation für Auslandshilfe, und ihr zweijähriger Freiwilligendienst ging im August dieses Jahres zu Ende.
<P>Dank ihrer 15-jährigen Erfahrung mit Arbeit im Tourismussektor und ihrer hervorragenden Englischkenntnisse (die Amtssprache in São Tomé und Príncipe ist Portugiesisch) wurde sie im vergangenen Jahr ausgewählt, das Tourismusamt von São Tomé und Príncipe bei internationalen Fremdenverkehrsmessen in Berlin und London zu repräsentieren. Sie half außerdem dabei, englischsprachige Werbematerialien wie Broschüren, Filme, Karten, Videos und Websites zu erstellen, daneben leistete sie der Regierung bei ihren Bemühungen Beistand, die Zahl internationaler Flüge in das afrikanische Land zu erhöhen, und organisierte Kulturtourismus-Feste und Workshops.
<P>„Die Regierung von São Tomé und Príncipe bestimmte Fremdenverkehr zum Schlüsselsektor für Entwicklung, doch das Budget für Marketing ist nicht gerade üppig“, weiß Hsiao. „Zur Teilnahme an Reisemessen zum Beispiel muss das Land häufig internationale Organisationen um Finanzhilfe bitten, was bedeutet, dass eine Entscheidung der Regierung, ob man sich eine Teilnahme leisten kann, oft erst in letzter Sekunde gefällt wird. Trotzdem habe ich immer mein Bestes gegeben, bei der Entwicklung des Fremdenverkehrspotenzials im Land zu helfen. Dazu bin ich hier. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass mehr ausländische Touristen die Gelegenheit nutzen, sich der Schönheit von São Tomé und Príncipe zu erfreuen. Sie werden eine großartige Erfahrung machen, und ihre Besuche werden für die Einheimischen Arbeitsplätze schaffen.“ Die Aufnahme des Landes in die diesjährige Wunschliste von CNN Travel scheint dabei hilfreich zu sein, denn seither konnte die ICDF-Freiwillige wesentliches Wachstum bei der Ankunft von Besuchern verzeichnen.
<P>Ende Januar dieses Jahres besuchte Ma Ying-jeou (馬英九), Staatspräsident der Republik China, São Tomé und Príncipe im Rahmen einer Dreiländerreise, bei der er auch im westafrikanischen Burkina Faso und im mittelamerikanischen Honduras Station machte. Die Auslandsreise — Mas neunte seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 — vollendete seine Bestrebung, Staatsbesuche bei allen 22 diplomatischen Verbündeten der Republik China zu machen. Die Reise festigte die Beziehungen der Republik China mit den verbündeten Nationen und bestätigte die Staatspolitik der flexiblen Außenpolitik (活路外交), versicherte das Staatsoberhaupt bei seiner Rückkehr am 30. Januar auf dem internationalen Flughafen Taiwan Taoyuan. Bei der flexiblen Außenpolitik bemüht Taiwan sich, den internationalen Spielraum auszudehnen und die Spannungen über die Taiwanstraße zu vermindern, indem man pragmatische Kultur- und Wirtschaftsbeziehungen auf der Grundlage von Würde, Flexibilität sowie gegenseitigem Vertrauen und Vorteil pflegt. Die Führer der drei diplomatischen Partner der Republik China, die Ma während der Reise besuchte, versprachen anhaltende Unterstützung für Taiwans bedeutungsvolle Beteiligung an internationalen Organisationen und ihren Aktivitäten, kolportierte Ma.
<P>Während der achttägigen Reise konnte das Staatsoberhaupt nach eigenen Worten ein tieferes Verständnis für die Errungenschaften der kooperativen Entwicklungs- und humanitären Hilfsprojekte gewinnen, die in den Partnernationen ausgeführt werden. Er nutzte die Besuche auch dazu, Gedanken mit anderen Staatschefs auszutauschen und neue Wege der Zusammenarbeit zu erkunden.
<P>Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die Republik China zahllose internationale Hilfsprojekte initiiert, welche auf der Wettbewerbsfähigkeit des Landes und Taiwans Entwicklungserfahrung aufbauen. Die Projekte werden in den Partnerländern vom ICDF, von Nichtregierungsorganisationen (NGOs), den Botschaften der Republik China, Vertretungsbüros und technischen Fachleuten ausgeführt. Seit der Gründung des ICDF im Jahr 1996 wurden Projekte im Namen des Außenministeriums umgesetzt, daneben wurden selbst finanzierte Programme durchgeführt. Im vergangenen Jahr tätigte die unabhängige Organisation gut 80 Kooperativprojekte, die von über 160 Technikern und Projektmanagern in 29 Ländern in Afrika, der asiatisch-pazifischen Region, in der Karibik, Lateinamerika und Nahost beaufsichtigt wurden. Die Projekte sollen die Kapazitäten der Partnerländer entwickeln, im Mittelpunkt stehen dabei Bereiche wie Viehzucht, Aquakultur, Gesundheitsfürsorge, Informations- und Kommunikationstechnologie (<I>Information and Communications Technology</I>, ICT), kleine und mittlere Unternehmen, Berufsschulung und andere.
<DIV class=photo>
<IMG alt="Hilfe effizienter machen-1" src="https://image.taiwantoday.tw/images/MMO/heute%20images/g201409p18.jpg" MMOID="222836">
<P>Bauern bei der Arbeit in einem Neulandgewinnungsgebiet in Bagré (Burkina Faso). Taiwans Finanzierung, Reissorten und landwirtschaftliche Technologie trugen dazu bei, im vormals unfruchtbaren Land Reisfelder anzulegen. (Foto mit freundlicher Genehmigung vom International Cooperation and Development Fund)</P></DIV>
<P>Nach den Worten von Yen Ming-hong, dem stellvertretenden Direktor der ICDF-Abteilung für technische Zusammenarbeit, hat seine Organisation in den jüngsten Jahren mehrere Anpassungen bei der Projektplanung und Umsetzung vorgenommen, um die Effizienz und Nachhaltigkeit zu steigern. „Wir legen nun besonderes Gewicht darauf, eine Gesamtlösung für die komplette Versorgungskette einer Branche zu bieten — von der Produktion und Verarbeitung bis zu Vertrieb, Marketing und Verkauf“, legt er dar. „Wir konzentrieren uns überdies auf Lokalisierung, was wir durch Kapazitätenbildung erreichen wollen. Deswegen fordern wir die Einheimischen auf, eine aktive Rolle bei der Durchführung von Projekten, die der ICDF organisiert hat, zu spielen, während die taiwanischen Techniker als Berater fungieren und ihr Knowhow zur Verfügung stellen. Außerdem setzen wir Projektfristen, zum Beispiel fünf Jahre, und übergeben die Projekte dann an die Einheimischen, damit nach Abreise unserer Techniker für Kontinuität gesorgt ist. Auf diese Weise können wir mit anderen Projekten für unterschiedliche Gewerbe weitermachen.“
<P><B>Große Unterschiede</B>
<P>Ein Projekt für São Tomé und Príncipe zu gestalten, ein Land mit nur etwa 187&nbsp;000 Einwohnern, unterscheidet sich laut Yen erheblich davon, eines zu entwerfen, das auf die Bedürfnisse der 17,8 Millionen Menschen in Burkina Faso zugeschnitten ist. Wenn der ICDF ein Projekt kreiert, werden die ökonomischen und sozialen Bedingungen, die Geografie, Beschränkungen und Ressourcen in dem Partnerland genau geprüft, damit das Projekt inhaltlich den Entwicklungsbedürfnissen vor Ort entspricht.
<P>„São Tomé und Príncipe ist stark von importierten Lebensmitteln abhängig, weil es nicht genug Land für den Anbau von Feldfrüchten und für Viehweiden gibt, daher ist Nahrungsmittelsicherheit ein drängendes Problem für das Land“, weiß er. „Aus diesem Grund haben wir dort im Jahr 2012 zwei Entwicklungsprojekte in Gang gebracht, die bis 2017 laufen sollen. Eines der Projekte zielt ab auf Nahrungsmittel-Anbaupflanzen, das andere auf die Erzeugung von Schweinefleisch. Demgegenüber legt die Regierung von Burkina Faso besonderes Gewicht auf wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Im vergangenen Jahr begann der ICDF dort ein groß angelegtes Berufsschulungsprojekt, das bis 2016 laufen und den Einheimischen dabei helfen soll, Fertigkeiten zu erwerben, die sie auf dem Arbeitsmarkt brauchen.“
<P>Die beiden jüngsten Projekte in São Tomé und Príncipe sind darauf gerichtet, die begrenzte Landfläche optimal zu nutzen, indem man die Produktivität je Einheit erhöht. Das Projekt für Nahrungsmittel-Anbaupflanzen legt den Schwerpunkt auf die Erzeugung örtlicher Anbaupflanzen wie Kassave, Mais, Sojabohnen und Süßkartoffeln. Mitglieder der Technischen Mission Taiwan (<I>Taiwan Technical Mission</I>, TTM) versorgen die Bauern vor Ort mit hochwertigen Sorten und unterweisen sie in Anbaumethoden, Düngerverwendung und Behandlung nach der Ernte. Das Ziel des Programms besteht in der Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion in dem afrikanischen Land um über 60 Prozent, so Yen. Gleichzeitig geht es bei dem Schweinefleischprojekt des ICDF um Einfuhr besserer Zuchtschweine aus Großbritannien, Bau eines Zuchtzentrums und Formulierung von Standard-Betriebsverfahren für Schlachtung, Verarbeitung und Fleischverkauf. Damit soll das Schweinefleischgewerbe des Landes wiederbelebt und 80 Prozent der Inlandsnachfrage befriedigt werden.
<P>Kao Xiang-tai, Mitglied des TTM-Teams in São Tomé und Príncipe, zeigte sich beeindruckt von der Beteiligung dortiger Regierungsbeamter an ICDF-Entwicklungsprojekten, besonders bei der Zusammenarbeit mit der TTM zur Landvermessung und zum Organisieren von Workshops für Bauern. „Ich freue mich zu sehen, dass das Verhältnis [zwischen Gastgeber und Geberland] von Geben-und-Nehmen, dem üblichen Modus in der Vergangenheit, umgewandelt wurde in das heutige partnerschaftliche Verhältnis“, schwärmt Kao. „Durch dieses Modell werden unsere Hilfeprojekte nicht nur effizienter und dauerhaft, unsere Praxis kommt so auch in Einklang mit heutigen internationalen Normen für Entwicklungshilfe.“
<DIV class=photo>
<IMG alt="Hilfe effizienter machen-2" src="https://image.taiwantoday.tw/images/MMO/heute images/g201409p19.jpg" MMOID="222837">
<P>Ein taiwanischer Techniker (rechts) zeigt einheimischen Frauen in Burkina Faso im Rahmen eines Berufsausbildungsprogramms vom ICDF, wie man Zutaten für Backwaren vorbereitet. (Foto mit freundlicher Genehmigung vom International Cooperation and Development Fund)</P></DIV>
<P>Im gleichen Tenor versichert Tsai Ming-yi, ein taiwanischer Hydraulik-Ingenieur, der in Burkina Faso als Berater tätig ist, das Augenmerk der Auslandshilfe der Republik China für den Aufbau von Kapazitäten und Partnerschaften für nachhaltige Entwicklung habe dort positive Resultate gezeitigt. Zum Beispiel gab es wesentliche Verbesserungen bei den Lebensverhältnissen der Bauern in einem Neulandgewinnungs-Gebiet in Bagré (Provinz Boulgou, Region Centre-Est). Seit 1994 steuert Taiwan zur Entwicklung der Gegend bei, indem landwirtschaftliche Technologie, Finanzierung und Reissorten geboten werden. „Dieser Tage sehe ich häufig örtliche Bauern, die unter der sengenden Sonne auf dem Feld arbeiten, ohne sich je auszuruhen“, wundert sich Tsai. „Das liegt vermutlich daran, weil sie jetzt wissen, dass sie einen guten Preis für ihre Erntepflanzen bekommen können. In der Erntezeit kann man ihre Freude am Lächeln in ihrem Gesicht ablesen.“
<P>Im Dezember 2009 übergab die TTM die Verwaltung für das Neulandgewinnungs-Gebiet an das Bagré-Staudammverwaltungsbüro unter dem Landwirtschaftsministerium von Burkina Faso. 2011 schickte der ICDF jedoch Tsai und einen taiwanischen Landwirtschaftsexperten in das südlich von Mali gelegene westafrikanische Land, um bei den örtlichen Bauern die Anbautechniken und die Fähigkeit, Bewässerungssysteme instand zu halten, zu stärken. „Mit Taiwans technischer Hilfe wurde einstiges Ödland [in Bagré] in fruchtbare Reisfelder verwandelt, die derzeit gut 26 Prozent der gesamten Reisproduktion des Landes ausmachen“, berichtet Tsai. „Zu sehen, wie diese fleißigen Bauern den Lohn für ihre harte Arbeit einfahren können, gibt mir das Gefühl, dass meine Arbeit sich lohnt.“
<P>Im Hinblick auf die Umsetzung des Berufsschulungsprojekts von ICDF in Burkina Faso meint Yen, die Organisation arbeite daran, in einer örtlichen Universität und vier Berufsschul-Colleges Abteilungen für gewerbliche Bildung einzurichten, außerdem sollen 2 nationale und 13 regionale Schulungszentren geschaffen werden. Der ICDF schickte überdies taiwanische Fachleute ins Land, um technischen Unterricht zu erteilen sowie Anleitung für die Zusammenstellung von Lehrmaterial und Beistand bei der Entwicklung eines Fertigkeiten-Zertifizierungssystems und Beschäftigungsdienstes. Daneben bietet die Organisation Mikrokredite, um Absolventen der Schulungsprogramme zu ermuntern, kleine Unternehmen aufzubauen wie Bäckereien oder Kfz-Werkstätten.
<P>Während seines Staatsbesuches in Burkina Faso machte Ma darauf aufmerksam, dass die Republik China und das afrikanische Land eng und lohnend in Bereichen wie Landwirtschaft, Bildung, Gesundheitsfürsorge, Solarenergie und Berufsschulung zusammengearbeitet hätten. Um seine Feststellung zu untermauern, nannte Präsident Ma die Ergebnisse einer jüngsten Umfrage im Auftrag der US-amerikanischen Botschaft in Burkina Faso über örtliche Einstellungen zur von Geberländern geleisteten Hilfe. Die Umfrage wurde im Jahr 2013 durchgeführt, und es ging daraus hervor, dass 91,45 Prozent der Befragten sich zufrieden über die Hilfe der Republik China äußerten. Dass die Hilfe der Republik China für Burkina Faso die höchste Zustimmungsrate aller Geberländer erhielt, führe die Effizienz dieser Hilfe vor, urteilte Ma.
<P>Die letzte Station der Auslandsreise von Präsident Ma im Januar dieses Jahres führte ihn und seine Delegation nach Honduras, wo Ma der Amtseinführung des neuen Präsidenten Juan Orlando Hernandez beiwohnte und die Kooperation zwischen der Republik China und Honduras in den Bereichen Landwirtschaft, Aquakultur, Bildung, Gesundheitsfürsorge, ICT, Infrastruktur und Tourismus (letzteres ein neuer Zweig der Auslandshilfe der Republik China) inspizierte. Während seines Aufenthaltes in Honduras besuchte Ma Valle de Angeles, ein malerisches Kolonialstädtchen nordöstlich der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa. Valle de Angeles ist deswegen bemerkenswert, weil dort ein Projekt vom Typ „Eine Stadt, ein Produkt“ (<I>One Town, One Product</I>, OTOP) stattfindet, das gemeinschaftlich vom ICDF und dem Präsidialamt der Republik Honduras ausgeführt wird. Das OTOP-Programm war 1989 in Taiwan von der Verwaltung für kleine und mittelständische Unternehmen im Wirtschaftsministerium angeleiert worden, um das Wachstum einheimischer kultureller Gewerbe zu stützen. Das OTOP-Projekt in Valle de Angeles begann 2012 und soll bis Ende dieses Jahres laufen. Indem man Taiwans ausgiebige OTOP-Erfahrung einsetzt, um bei der Entwicklung typischer Produkte von honduranischen Städten zu helfen wie Calla-Lilien (<I>Zantedeschia</I>), Kaffee, Kunsthandwerk und Kunstwerke mit Maya-Kultur oder Engelsmotiven, hat das Projekt laut Ma den Reiz der Gegend und ihre Beliebtheit als Reiseziel außerordentlich erhöht.
<P>Nach Yens Worten soll das honduranische OTOP-Projekt den Erfolg des Bezirks Yingge (New Taipei City), der zum Mekka des taiwanischen Keramikgewerbes geworden ist, nachahmen. Folgerichtig wurden taiwanische Handwerker in das mittelamerikanische Land geschickt, um Lehrerausbilder und Künstler dabei zu schulen, Kreativität in Produktdesign und -entwicklung einfließen zu lassen. Mitglieder des taiwanischen Teams helfen zudem in Valle de Angeles durch die Entwicklung von örtlichen Organisationen und Gründung von Vorführ-Geschäften und Besichtigungs-Einrichtungen bei Verwaltung, Werbung und dem Aufbau eines Images. Das kulturelle und kreative Projekt in Honduras war das erste dieser Art, das der ICDF in einem Partnerland in Gang gebracht hat, meldet der Vizedirektor der Organisation. Angesichts der positiven Ergebnisse in Valle de Angeles plant der ICDF, im Laufe dieses Jahres ein OTOP-Projekt im benachbarten El Salvador zu starten.
<DIV class=photo>
<IMG alt="Hilfe effizienter machen-3" src="https://image.taiwantoday.tw/images/MMO/heute images/g201409p21.jpg" MMOID="222838">
<P>Ein taiwanischer Handwerker (rechts) zeigt einer angehenden Lehrerausbilderin in Valle de Angeles seine Techniken. (Foto mit freundlicher Genehmigung vom International Cooperation and Development Fund)</P></DIV>
<P>Abgesehen davon hat der ICDF 2013 zwei fünfjährige Schädlingskontrollprojekte in Mittelamerika vom Stapel gelassen. Die Initiativen sollen eine von Insekten übertragene bakterielle Zitruspflanzenkrankheit namens „Huanglongbing“ (黃龍病/HLB) — durch die sich Zitrusfrüchte wie Mandarinen grün verfärben — bekämpfen, und man will sich auch des Kaffeerostes annehmen, eines schädlichen Pilzes, der ganze Kaffeeplantagen ruinieren kann. Beide Krankheiten sind in Lateinamerika verbreitet und verursachen für Pflanzer von zwei der wichtigsten Anbaupflanzen der Region schwere Verluste. „Angesichts der grenzüberschreitenden Bedrohung durch Kaffeerost und HLB hat sich der ICDF dafür entschieden, Kontroll- und Verhütungsmaßnahmen durch regionale Zusammenarbeit zu fördern“, sagt Yen. Partner dabei sind die Internationale Regionale Organisation für Pflanzen- und Tiergesundheit (<I>Organismo Internacional Regional de Sanidad Agropecuaria</I>, OIRSA) mit Sitz in El Salvador und die Zentralamerikanische Bank für wirtschaftliche Integration mit Sitz in Honduras.
<P>„Das Ziel der Schädlingskontrollprogramme besteht darin, ein volles Spektrum finanzieller und technischer Lösungen auszuarbeiten, um den Bauern zu helfen, die Qualität und die Erträge ihrer Anbaupflanzen zu schützen“, verkündet Yen. Unter den bislang entwickelten Lösungen sind die Einrichtung von Beobachtungs- und Meldesystemen zu nennen, die Verbesserung von Technologien für Diagnostik und Schädlingsverwaltung, Einführung und Anbau gesunder Setzlinge als Ersatz für infizierte und alternde Pflanzen, und Bereitstellung von Kleinkrediten, damit die Bauern Ausstattung und Düngemittel erwerben können.
<P><B>Kampf gegen HLB</B>
<P>In Honduras bestellen über 4000 Zitrusbauern eine Gesamtfläche von 18&nbsp;000 Hektar Land. Im vergangenen Jahr wurde Honduras schwer von HLB heimgesucht, die Produktion fiel um 30 Prozent. Zur Bekämpfung der Krankheit reisten drei honduranische Techniker nach Taiwan und nahmen im Mai 2013 an vom ICDF organisierten Schulungskursen über HLB-Kontrolle teil. Zwei Monate später schickte die Behörde taiwanische Landwirtschaftsexperten in das mittelamerikanische Land, um örtlichen Zitrusbauern zu helfen.
<P>Taiwan trägt auch auf andere Weise zur Bekämpfung der Krankheit bei. Wu San-he absolvierte ein Magisterstudium in Entomologie an der National Taiwan University (NTU) in Taipeh und schloss sich nach dem Examen dem Jugend-Auslandsdienst Taiwan an, einer vom ICDF verwalteten Organisation, mit der junge taiwanische Wehrpflichtige ein Jahr Ersatzdienst anstelle des Pflichtwehrdienstes leisten können. Wu wurde 2013 nach Honduras geschickt, um dort in einer TTM zu arbeiten, und nach seinen Ausführungen weist Taiwan 60 Jahre Erfahrung beim Kampf gegen die Zitrusverfärbung auf und könnte einen wesentlichen Beitrag zur Kontrolle der Krankheit in Mittelamerika leisten.
<P>„Man könnte sagen, HLB ist der ,Krebs‘ der Zitruspflanzen“, doziert Wu. „Die Krankheit sucht den Zitrusanbau in Mittelamerika in einem alarmierenden Ausmaß heim und vernichtet für viele Bauernfamilien die Haupt-Einkommensquelle. Deswegen arbeiten wir eng mit Fachleuten von der OIRSA zusammen, um Mittel zur Schädlingskontrolle zu entwickeln. Unser Ziel ist, dem Zitrusgewerbe der Region dabei zu helfen, seine volle Vitalität wiederzuerlangen. Ich habe vor, dabei mitzuhelfen, indem ich mein Wissen mit örtlichen Bauern teile, wann immer es möglich ist.“
<P>Abschließend meint er mit einem Lächeln: „Natürlich möchte ich auch von ihnen lernen. Besonders mag ich ihre lockere Lebenseinstellung.“
<P><B><I>(Deutsch von Tilman Aretz)</I></B>]]></description></item><item><title><![CDATA[Gedenken an eine Leitfigur]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101509/Gedenken-an-eine-Leitfigur]]></link><guid>101509</guid><pubDate>2014/09/01</pubDate><description><![CDATA[Ethnische Chinesen findet man in praktisch allen Ländern rund um den Erdball, und wo größere Gruppen von ihnen leben, entstehen meist Organisationen von Auslandschinesen und -taiwanern, die Aufgaben erfüllen wie gegenseitige Hilfe für Landsleute, Pflege von Kultur und Brauchtum und ähnliches.
<P>Unter den in Deutschland lebenden Chinesen wird man wohl kaum jemanden finden können, der sich so früh und so engagiert für solche Belange einsetzte wie Chie Nun (徐能, 1928–2013), dessen Todestag sich am 22. Oktober zum ersten Mal jährt. Der aus dem Hua-Kreis (Stadt Guangzhou) in der festlandchinesischen Provinz Guangdong stammende Chie war Ende der fünfziger Jahre von Hongkong nach Deutschland gekommen und betrieb ab 1961 das erste chinesische Restaurant in München („Canton“ in der Theresienstraße).
<P>Chie begnügte sich indes bei weitem nicht mit der Rolle des Gastronoms, sondern kümmerte sich engagiert um in München lebende Taiwaner, unter ihnen viele Studierende. Im Juli 1973 erschien erstmals die anfangs handschriftlich erstellte und vervielfältigte chinesischsprachige Zeitschrift „Auslandschinesen-Zeitung Westdeutschlands“ (西德僑報), die von auslandschinesischen Geschäftsleuten finanziert und deren redaktionelle Arbeit von studentischen Freiwilligen erledigt wurde. Schwerpunktmäßig erfassten die Beiträge im Blatt Themenbereiche wie Kultur, Gesellschaft, Politik und Neuigkeiten aus der Gemeinschaft der Auslandschinesen. Die Zeitschrift war in den siebziger und achtziger Jahren die einzige regelmäßig erscheinende chinesischsprachige Publikation Europas, und ihre Attraktivität und Bindungskraft auf die damaligen Auslandschinesen ist heute nicht mehr ohne weiteres vorstellbar. Nach der Wiedervereinigung hieß das Magazin „Auslandschinesen-Zeitung Deutschlands“ (德國僑報), und als es im August 2004 wegen des Siegeszuges des Internet eingestellt wurde, waren insgesamt 270 Ausgaben erschienen.
<P>Durch sein Restaurant und sein vielfältiges Engagement für Auslandschinesen wurde Chie Nun mit der Zeit unter den in Europa lebenden ethnischen Chinesen eine recht bekannte Persönlichkeit. 1975 wurde auf Anregung von ihm und dem in Hamburg lebenden Auslandschinesen Chang Ta-yung (張大勇) sowie Wei Jianghua (魏蔣華) erstmals die Jahresversammlung der in Europa lebenden Chinesen (歐華年會) organisiert, die seitdem jedes Mal in einem anderen europäischen Land stattfand. Die Motivation für eine Veranstaltung dieser Art entsprang bei Chie Nun und vielen Gleichgesinnten auch der Sorge um sein Heimatland, da er nach dem Tod von Präsident Chiang Kai-shek (蔣介石) im April 1975 die Lage in der Republik China als unsicher ansah, und die Jahresversammlung sollte die Unterstützung für das Land stärken. Mit der Zeit wurde die Jahresversammlung der Chinesen in Europa eine der wichtigsten Auslandschinesen-Veranstaltungen weltweit.
<DIV class=photo>
<IMG alt="Gedenken an eine Leitfigur" src="https://image.taiwantoday.tw/images/MMO/heute images/g201409p51-1.jpg" MMOID="222851">
<P>Chie Nun (1928–2013) lebte von 1960 bis zu seinem Tod in München. Dieses Bild aus dem Jahr 1980 zeigt ihn bei einer Konferenz chinesischsprachiger Publikationen mit Chao Tsing-min (ganz links), dem damaligen Chefredakteur der „Auslandschinesen-Zeitung Westdeutschlands “. (Foto: Courtesy Chao Tsing-min)</P></DIV>
<P>Abgesehen von seinem patriotischem Einsatz, mit dem Chie Nun von sich reden machte, begründete er in München eine lokalpatriotisch motivierte Tradition. Viele Jahre, zum letzten Mal im Jahr 2011, organisierte er regelmäßig am 29. März, dem Tag der Jugend (青年節) in der Republik China, in seinem Restaurant eine Veranstaltung in Form eines akademischen Forums zum Gedenken an die 72 Märtyrer, die beim fehlgeschlagenen Huanghuagang-Aufstand (黃花崗起義) am 27. April 1911 — in jenem Jahr dem 29. Tag des dritten Mondkalendermonats — in Guangzhou ihr Leben verloren hatten. Chie Nun empfand zu dem Feiertag ein besonderes persönliches Verhältnis, denn von den 72 Märtyrern stammten 18 wie Chie Nun selbst aus dem Hua-Kreis in Guangdong, 16 von ihnen trugen den gleichen Familiennamen wie er und gehörten nach seiner Darstellung zu seinem Clan. Chie Nun wollte mit der Veranstaltung auch Wertschätzung und Respekt für die schweren Umstände, unter denen die Republik China entstanden war, fördern.
<P>Mit seinem Engagement wurde Chie Nun weit über die Grenzen Münchens und Deutschlands bekannt und geschätzt. Unter anderem fungierte er als Vorstandsvorsitzender der Sun Yat-sen-Gesellschaft, war Berater in der Kommission für Auslandschinesen-Angelegenheiten (<I>Overseas Chinese Affairs Commission</I>, OCAC) und wurde im Dezember 1986 als Auslandschinesen-Abgeordneter in den Legislativ-Yuan (立法院), also das Parlament der Republik China, gewählt. Daneben betätigte er sich für die Demokratiebewegung in Festlandchina und unterstützte Dissidenten. Sein Format ist außerdem an dem Umstand erkennbar, dass er Staatspräsident Ma Ying-jeou (馬英九) persönlich kannte und Ma nach Chie Nuns Hinscheiden eigens ein Kondolenzschreiben schickte. Den Auslandschinesen in Europa wird sein jahrzehntelanges, prägendes Wirken noch lange im Gedächtnis bleiben.]]></description></item><item><title><![CDATA[Anerkennung für verdienstvollen Repräsentanten]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101507/Anerkennung-f%C3%BCr-verdienstvollen-Repr%C3%A4sentanten]]></link><guid>101507</guid><pubDate>2014/07/01</pubDate><description><![CDATA[Dr. Michael Zickerick, der im September 2011 das Amt des Generaldirektors des Deutschen Instituts Taipei (also der inoffiziellen diplomatischen Vertretung der Bundesrepublik Deutschland in der Republik China, gegründet im Februar 2000) antrat, wurde zum Abschluss seiner dreijährigen Dienstzeit in Taiwan am 30. Mai vom Präsidialamt der Republik China mit dem Orden des Brillantsterns mit violetter Schärpe geehrt.
<P>Dr. Zickerick hatte während seiner Laufbahn im diplomatischen Dienst für die Bundesrepublik zuvor Posten in Tunesien, Uganda, Jamaika, den USA, Moldau, im Iran und in Saudi Arabien bekleidet. In Taiwan konnte er zwei bedeutende bilaterale Abkommen erfolgreich zum Abschluss bringen — im Dezember 2011 wurde das „Abkommen zwischen dem Deutschen Institut in Taipeh und der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverkürzung hinsichtlich der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen“ unterzeichnet, im November 2013 wurde die „Absprache über die Überstellung von Straftätern und über die Zusammenarbeit bei der Vollstreckung von Strafurteilen zwischen Taiwan und Deutschland“ unter Dach und Fach gebracht. 
<BR><BR><BR><BR>
<P><B>Generaldirektor/inn/en des Deutschen Instituts Taipei</B>
<BR>2000–2002&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dr. Klaus Rupprecht
<BR>2002–2005&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ulrich Dreesen
<BR>2005–2008&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Detlef Boldt
<BR>2008–2011&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Birgitt Ory
<BR>2011–2014&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Dr. Michael Zickerick
<BR>2014—&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Martin Eberts<BR></P>]]></description></item><item><title><![CDATA[Frieden in Ostasien fördern]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101506/Frieden-in-Ostasien-f%C3%B6rdern]]></link><guid>101506</guid><pubDate>2014/07/01</pubDate><description><![CDATA[Im November vergangenen Jahres überraschte Festlandchina die internationale Gemeinschaft mit der Bekanntmachung, man habe im Ostchinesischen Meer eine Luftverteidigungs-Identifikationszone (<I>Air Defense Identification Zone</I>, ADIZ) eingerichtet. ADIZs reichen in der Regel über die Grenzen eines Landes hinaus, damit genug Zeit bleibt, unbefugte Flugzeuge zu entdecken und zu identifizieren. Zivilmaschinen, welche die ADIZ eines Landes durchqueren und dabei beabsichtigen, in den Luftraum des fraglichen Landes einzudringen, sind verpflichtet, Flugpläne einzureichen und Kommunikation mit den dortigen Fluglotsen aufrechtzuerhalten.
<P>Seit die USA im Jahr 1950 die erste ADIZ der Welt einrichteten, sind über 20 Länder diesem Beispiel gefolgt. Die Maßnahme Festlandchinas sorgte indes für beträchtliche Unruhe, weil die neue ADIZ sich mit denen überschneidet, die zuvor von der Republik China, Japan und Südkorea eingerichtet worden waren. Befürchtungen in der Region erhöhten sich außerdem, da Festlandchinas ADIZ die Diaoyutai-Inseln (釣魚臺列嶼) erfasst, die nach unumstößlicher Überzeugung der Regierung in Taipeh zum Territorium der Republik China gehören, allerdings auch von Japan und Festlandchina beansprucht werden.
<P>Taiwan strebt seit langem danach, in der asiatisch-pazifischen Region als stabilisierende Kraft für Frieden und Sicherheit zu wirken. Am 26. Februar dieses Jahres gab Staatspräsident Ma Ying-jeou (馬英九) als Reaktion auf die Spannungen wegen der einander widersprechenden ADIZ-Ansprüche im Ostchinesischen Meer die Erklärung zur Luftraumsicherheit im Ostchinesischen Meer ab. Ma äußerte sich auf der Internationalen Konferenz für Frieden und Sicherheit in Ostasien, einem vom Außenministerium der Republik China und dem College of International Affairs der National Chengchi University (NCCU) in Taipeh organisierten Forum, das im Hotel Grand Hyatt Taipei stattfand. Zu den Teilnehmern zählten Akademiker und Experten aus Taiwan sowie aus Australien, Großbritannien, Indonesien, Japan, Neuseeland, den Philippinen, Singapur, Südkorea, Thailand und den USA.
<P>In seiner Erklärung legte Ma drei Hauptprinzipien dar, welche die Luftraumsicherheit und Luftfahrtfreiheit in der Region gewährleisten sollen. Die Prinzipien zielen darauf ab, „nachhaltigen Frieden und dauerhafte Zusammenarbeit im Ostchinesischen Meer zu fördern und die regionale Stabilität und Konjunktur zu verbessern“, betonte Ma. Das erste Prinzip folgt dem Geist der Friedensinitiative Ostchinesisches Meer (<I>East China Sea Peace Initiative</I>, ECSPI), die Ma im August 2012 anregte und die alle Parteien mit Interessen in der Region unter anderem dazu aufruft, von antagonistischem Handeln abzusehen, Kontroversen beiseitezustellen und Dialog aufrechtzuerhalten, das Völkerrecht einzuhalten und Streitigkeiten auf friedlichem Wege beizulegen.
<P>Ma zweites Prinzip vertritt den Grundsatz, dass bilaterale Gespräche zwischen Ländern mit einander überschneidenden ADIZs im Ostchinesischen Meer die beste Methode seien, Streitigkeiten beizulegen, und es mahnt dazu, solche Diskussionen so bald wie möglich aufzunehmen. Falls nötig, sollten die Beteiligten provisorische Vorkehrungen treffen, um Fehleinschätzungen zu vermeiden und Bedrohungen für Luftfahrtfreiheit und –sicherheit zu vermindern. Das dritte Prinzip drängt auf Verhandlungen, die zu einem Verhaltenskodex Ostchinesisches Meer über Vorgänge in der Luft und zu Wasser sowie zu einem Mechanismus für regionalen multilateralen Dialog führen sollen.
<P>Das Staatsoberhaupt rief alle Beteiligten dazu auf, auf der Grundlage von gemeinsamem Vertrauen und Gegenseitigkeit Verhandlungen zu führen, um der heftigen regionalen Rivalität, die bis in die Zeit des Kalten Krieges zurückreicht, ein Ende zu bereiten. Ma verwies auf frühere Beispiele für friedliche Lösungen ähnlicher Zwistigkeiten, etwa die Beilegung von einander widersprechenden Gebietsansprüchen in der Nordsee Ende der sechziger Jahre und die Normalisierung der Beziehungen über die Taiwanstraße. Letztere habe seit seinem Amtsantritt im Mai 2008 einen früheren internationalen Krisenherd in ein „Symbol für Frieden und Wohlstand“ verwandelt, behauptete er.
<P>Unter anderen Indikatoren für verbesserte Beziehungen zwischen Taiwan und Festlandchina erwähnte der Präsident die große Zunahme planmäßiger Linienflüge über die Taiwanstraße sowie von festlandchinesischen Touristen und Studierenden in Taiwan. Überdies haben beide Seiten im Laufe der vergangenen fünf Jahre 21 Abkommen besiegelt, die einen weiten Themenbereich abdecken, in den jüngsten Verträgen dieser Art ging es um Teilen von Daten und Forschung bei Meteorologie und Seismologie. Die beiden Abkommen wurden am 27. Februar dieses Jahres in Taipeh unterzeichnet.
<P>Nur zwei Wochen zuvor hatte ein offizielles Treffen zwischen Wang Yu-chi (王郁琦), dem Minister des Rates für Festlandangelegenheiten (<I>Mainland Affairs Council</I>, MAC) der Republik China, und seinem festlandchinesischen Kollegen Zhang Zhijun (張志軍), Minister des Büros für Taiwanangelegenheiten (<I>Taiwan Affairs Office</I>, TAO), in der festlandchinesischen Stadt Nanjing stattgefunden. Es war die erste Begegnung zwischen hochrangigen Regierungsvertretern beider Seiten in über sechzig Jahren. Wang und Zhang „redeten einander mit ihren offiziellen Amtstiteln an“, sagte Ma und fügte hinzu, die Begegnung sei ein Meilenstein in der Geschichte des Austausches über die Taiwanstraße und zeige die Entschlossenheit der Regierung der Republik China, Frieden in der Region zu bewahren. Vom 25. bis 28. Juni war Zhang Zhijun zum Gegenbesuch in Taiwan.
<P>John Hamre, ehemaliger Vize-Verteidigungsminister der USA und derzeitiger Präsident des Zentrums für strategische und internationale Studien (<I>Center for Strategic and International Studies</I>, CSIS) in Washington, begrüßte die Prinzipien für Luftraumsicherheit, die Präsident Ma in seiner Ansprache beim Forum in Taipeh vorgestellt hatte. Die Vereinigten Staaten strebten danach, Stabilität in der asiatisch-pazifischen Region zu fördern, versicherte Hamre und vertrat die Auffassung, dass territoriale Streitigkeiten durch diplomatische Mittel beigelegt werden sollten. Dieser Standpunkt entspricht auch der Position der Republik China, wie sie in der ECSPI dargelegt ist.
<P>ECSPIs Schwerpunkt auf Diplomatie machte den Weg frei für mehrere regionale Durchbrüche. Im April vergangenen Jahres zum Beispiel unterzeichneten Taiwan und Japan ein bahnbrechendes Fischereiabkommen, fast zwei Jahrzehnte nach Beginn der Gespräche darüber. Weil sich die Fischereigründe der beiden Länder überschneiden, legt das Vertragswerk ein Gebiet von etwa 23&nbsp;000 Quadratseemeilen fest, darunter Gewässer nahe den Diaoyutais, wo taiwanische Fischerboote sich unbehelligt betätigen dürfen. Präsident Ma verwies bei dem Forum in Taipeh darauf, dass Taiwan und Japan die Frage der Souveränität beiseitestellten, um sich bei der jüngsten Verhandlungsrunde auf das Teilen von Naturschätzen zu konzentrieren. Das Ergebnis war der erfolgreiche Abschluss des Fischereiabkommens, das jahrzehntelangen Streitereien in der Gegend ein Ende bereitet.
<P>Auf dem Forum machte der Präsident auf einen Vorfall im Mai 2013 aufmerksam, bei dem ein Schiff der philippinischen Küstenwache das Feuer auf das taiwanische Fischerboot Guang Da Xing Nr. 28 eröffnet hatte, wodurch ein Fischer zu Tode kam. Die Besatzung des philippinischen Patrouillenbootes hatte irrtümlich angenommen, Guang Da Xing Nr. 28 sei in die Hoheitsgewässer ihres Landes eingedrungen. In den Wochen danach waren die Beziehungen zwischen den Regierungen beider Länder angespannt, doch im August des gleichen Jahres wurde der Konflikt friedlich beigelegt, als die Philippinen sich offiziell entschuldigten und beide Seiten einen Konsens erzielten über Fragen wie Gewaltverzicht bei der Umsetzung von Gesetzen und schnelle Freigabe beschlagnahmter Fischerboote und festgenommener Besatzungsmitglieder. Als die Philippinen im November 2013 von einem verheerenden Taifun überrollt wurden, stellte Taiwan ohne Verzug Hilfsgelder bereit und schickte umgehend mit Militärflugzeugen und Schiffen Hilfsgüter los. „Dies sind die konkreten Ergebnisse, dass die Regierung der Republik China unerschütterlich an der ECSPI festhält und ihr Prinzip, Lösungen für Streitigkeiten durch friedliche Verhandlungen zu suchen, aufrechterhält“, unterstrich Ma.</P>
<DIV class=photo>
<IMG alt="Frieden in Ostasien fördern" src="https://image.taiwantoday.tw/images/MMO/heute images/g201407p5.jpg" MMOID="221828">
<P>Die Küstenwache der Republik China und die Streitkräfte des Landes führen Patrouillen in den Gewässern nördlich von Taiwan durch, um die Sicherheit von Fischerbooten des Landes zu gewährleisten und die Territorialrechte zu schützen. (Foto: Central News Agency)</P></DIV>
<P><B>Positive Resonanz</B>
<P>Die internationale Gemeinschaft reagierte positiv auf die ECSPI. Referenten beim Forum in Taipeh verwiesen etwa auf Äußerungen von Daniel R. Russel, Assistenzsekretär im State Department für ostasiatische und pazifische Angelegenheiten, am 5. Februar dieses Jahres vor dem Asien-Pazifik-Subkomitee für Auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses, in denen Russel ECSPI anerkannte, weil die Initiative mit wichtigen Elementen der US-Politik übereinstimmte wie Eintreten für Respekt vor dem Völkerrecht und Lösung von Streitigkeiten durch Dialog und friedliche Mittel.
<P>Taeho Kim, Professor in der Abteilung für internationale Studien der Hallym University of Graduate Studies im südkoreanischen Seoul, ließ sich vernehmen, die Initiative biete wohl „die einzigen brauchbaren Richtlinien“ für die Lösung heikler Territorialfragen und Souveränitätsstreitigkeiten. Kim, der auch als Direktor des Zentrums für zeitgenössische Chinastudien im Hallym Institute of Advanced International Studies fungiert, nannte Taiwans Fischereiabkommen mit Japan im Jahr 2013 als Beispiel für den erfolgreichen Ansatz der Initiative, Souveränitätsfragen beiseitezustellen, um sich auf die Entwicklung und den Schutz von Naturschätzen zu konzentrieren.
<P>Eine gemeinsame Sorge der Referenten bei dem Forum war die Zunahme nationalistischer Politik in Ostasien. Todd Hall, Dozent in der Abteilung für Politologie und internationale Beziehungen der Oxford-Universität in Großbritannien, verglich die aktuelle Lage in der Region vorsichtig mit der Situation in Europa vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Der Akademiker wies darauf hin, dass der Nationalismus heute bei den Spannungen in Ostasien eine wesentliche Rolle spielt, so wie in Europa 1914, und bemerkte, die festlandchinesische Regierung stütze sich auf nationale Regungen, um im Inland Unterstützung für die eigene Politik zu gewinnen. Entsprechend beobachtete Connie Rahakundini Bakrie, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Verteidigungs- und Sicherheitsstudien in Jakarta (Indonesien), Beijing nutze verbreitete antijapanische Ressentiments in Festlandchina, um Unterstützung für ihre ADIZ im Ostchinesischen Meer aufzubauen. Andere Faktoren hinter der Einrichtung der Zone seien ein Wunsch nach Legitimität in Festlandchinas neuer Führung und die Notwendigkeit, auf die US-amerikanische Politik für ein neues Gleichgewicht in Asien zu reagieren, fuhr sie fort. Rahakundini meinte überdies, sie sehe wenig Chancen für Festlandchina, eine zusätzliche ADIZ im Südchinesischen Meer einzurichten, weil ein solcher Schritt wahrscheinlich eine energische Antwort der USA hervorrufen würde, die entschlossen seien, ihre Bewegungsfreiheit in der Region aufrechtzuerhalten.
<P>Bei einem Treffen mit Referenten des Forums im Präsidialamt in Taipeh machte Präsident Ma darauf aufmerksam, dass eine ADIZ nicht mit Staatsgrenzen identisch sei, weil man eine ADIZ zum Zweck der Frühwarnung und –erkennung einrichte und diese Zonen noch nicht klar vom Völkerrecht geregelt werden. Das Staatsoberhaupt ermahnte Parteien mit einander überschneidenden ADIZ im Ostchinesischen Meer, im Rahmen internationaler Luft- und Seefahrtsbestimmungen zu verhandeln und dabei zu versuchen, Streitigkeiten pragmatisch beizulegen. Ma rief auch zu „drei Runden bilateraler Gespräche“ zwischen Taiwan, Festlandchina und Japan auf und erklärte, solche Verhandlungen würden Konflikte vermindern und dazu ermuntern, Naturschätze in der Region zu teilen.
<P>Kommentatoren auf dem Forum meinten, zwar könne es schwierig sein, Mas Anregungen in die Tat umzusetzen, doch sie könnten dazu beitragen, eine Grundlage für breitere regionale Kooperation zu legen. Tatsächlich analysierte Christopher Hughes, Dozent für internationale Beziehungen an der London School of Economics and Political Science, angesichts der politischen Dynamik von Zwisten im Ostchinesischen Meer bedeute Taiwans pluralistische Demokratie, dass das Land eine einzigartige und konstruktive Rolle dabei zu spielen habe, mit einem der am heftigsten umstrittenen Gebiete der Welt umzugehen.
<P><B><I>(Deutsch von Tilman Aretz)</I></B>]]></description></item><item><title><![CDATA[Ein strahlendes neues Kapitel]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101505/Ein-strahlendes-neues-Kapitel]]></link><guid>101505</guid><pubDate>2014/05/01</pubDate><description><![CDATA[Der 10. April ist ein wichtiges Datum bei den Beziehungen Taiwans mit den USA und Japan. An jenem Tag im Jahr 1979 unterzeichnete US-Präsident Jimmy Carter den Taiwan Relations Act (TRA), ein Gesetz, das eine wesentliche Rolle dabei spielte, das Verhältnis zwischen Taiwan und den USA beim Fehlen offizieller diplomatischer Beziehungen beizubehalten und zu verbessern. Die Unterzeichnung eines Fischereiabkommens zwischen Taiwan und Japan am 10. April vergangenen Jahres wiederum hat die Beziehungen mit einem der wichtigsten Partner Taiwans in der Region gefestigt. Am 9. April dieses Jahres unterstrich Staatspräsident Ma Ying-jeou (馬英九) in einer Videokonferenz, die zwischen seinem Amtssitz in Taipeh und dem Zentrum für strategische und internationale Studien (<I>Center for Strategic and International Studies</I>, CSIS) in der amerikanischen Hauptstadt Washington geschaltet wurde, die Bedeutung der beiden Abkommen. An der Videokonferenz nahmen außerdem der amerikanische Kongress-Abgeordnete Mario Diaz-Balart teil, einer der Vorsitzenden der Taiwan-Gruppe im US-Kongress, daneben John Hamre, ehemaliger Vize-Verteidigungsminister der USA und derzeitiger CSIS-Präsident, Christopher K. Johnson, Moderator und CSIS-Berater, und Paul Wolfowitz, ehemaliger Präsident der Weltbank und zur Zeit Vorsitzender des Wirtschaftsrates USA-Taiwan.
<P>Ma erklärte, es freue ihn zu erfahren, dass das US-Repräsentantenhaus am 7. April dieses Jahres ein Gesetz verabschiedet habe, das die Verpflichtung der USA gegenüber TRA aufs Neue bekräftige. TRA sei „ein wesentliches Gesetz und ein Meilenstein, der das Fundament für ein robustes Verhältnis zwischen der Republik China und den USA gelegt habe“, versicherte Ma und fuhr fort: „Mit einer soliden Unterstützung im US-Kongress über die Parteigrenzen hinweg haben unsere beiden Länder starke Verbindungen bei Politik, Sicherheit, Wirtschaft und Kultur aufrechterhalten, welche dazu beitrugen, Frieden und Stabilität in Ostasien zu sichern und zu verbessern.“
<P>Das Staatsoberhaupt erkannte an, dass TRA für die taiwanisch-amerikanische Zusammenarbeit eine stabile Basis biete. Im April dieses Jahres ging in Washington die achte Verhandlungsrunde zwischen beiden Seiten unter dem Handels- und Investitions-Rahmenabkommen (<I>Trade and Investment Framework Agreement</I>, TIFA) über die Bühne. Die Gespräche fanden unter der Führung von Cho Shih-chao (卓士昭), Vize-Wirtschaftsminister der Republik China, und der kommissarischen Vize-Handelsrepräsentantin der USA Wendy Cutler statt. Die erörterten Themen umfassten einen weiten Bereich von landwirtschaftlichen Handelsfragen, Klarstellung von Investitionskriterien, Durchsetzung von Urheberrechten und Etikettierungsvorschriften. Vertreter der Republik China und der USA besprachen überdies Zusammenarbeit bei Initiativen zu asiatisch-pazifischer Wirtschaftskooperation und laufenden Bemühungen bei Abkommen der Welthandelsorganisation (<I>World Trade Organization</I>, WTO).
<P>Präsident Ma verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die TIFA-Gespräche in naher Zukunft zu Verhandlungen über ein bilaterales Investitionsabkommen (<I>Bilateral Investment Agreement</I>, BIA) führen würden. „Ein BIA könnte den Anfang einer robusteren und umfassenderen Wirtschaftsbeziehung zwischen unseren beiden Ländern darstellen“, warb er in der Videokonferenz.
<P>Im vergangenen Jahr erreichte der bilaterale Warenhandel zwischen den beiden Ländern 57,7 Milliarden US$, und die USA sind seit den fünfziger Jahren der wichtigste Ursprungsort für direkte Auslandsinvestitionen in Taiwan. Diaz-Balart bemerkte bei der Videokonferenz, die Dynamik der taiwanischen Wirtschaft habe ihn immer fasziniert, und er fügte hinzu, eine solche Vitalität sei wirtschaftlich mehr wert als natürliche Ressourcen wie Gold oder Öl. „Es sind die brillanten, fleißigen Unternehmer, die ein für die ganze Welt sichtbares leuchtendes Beispiel der Demokratie und Freiheit geschaffen haben“, lobte der Kongressabgeordnete, der zudem Ma für seine „unerschütterliche Führung“ pries und ihn einen „vertrauenswürdigen, verlässlichen Freund“ der USA nannte.
<P>Während der Videokonferenz sagte Präsident Ma, er erwarte „den Anbruch eines strahlenden neuen Kapitels in der taiwanisch-amerikanischen Partnerschaft“, und er rief die USA dazu auf, Taiwans Anstrengungen zur Aufnahme in die Trans-Pazifische Partnerschaft (TPP) und die Regionale Umfassende Wirtschaftspartnerschaft (<I>Regional Comprehensive Economic Partnership</I>, RCEP) zu unterstützen. Mitgliedschaft in diesen beiden regionalen Handelsblöcken zu gewinnen habe „für seine Regierung hohe Priorität“, betonte Ma. Im vergangenen Jahr belief sich das Volumen von Taiwans Handel mit den 12 Ländern, die an den TPP-Verhandlungen beteiligt sind, auf annähernd 200 Milliarden US$, der Handel mit den 16 RCEP-Ländern umfasste gar 325 Milliarden US$.
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<IMG alt="Ein strahlendes neues Kapitel-1" src="https://image.taiwantoday.tw/images/MMO/heute images/g201405p6.jpg" MMOID="219408">
<P>Eine Aufnahme vom September 2012, auf der ein Schiff der Küstenwache der Republik China nahe den Diaoyutai-Inseln ein taiwanisches Fischerboot beschützt. (Foto: Central News Agency)</P></DIV>
<P>Das Staatsoberhaupt führte aus, eine TPP-Mitgliedschaft werde nicht nur Taiwan nutzen, „sondern auch dazu beitragen, die wirtschaftliche Präsenz der USA in der asiatisch-pazifischen Region zu stärken“. Rückblickend auf jüngste Äußerungen von Daniel R. Russel, Assistenzsekretär im State Department, und seinem Stellvertreter Kin Moy bei Anhörungen im US-Kongress stellte Ma fest, beide hätten erklärt, die USA würden Taiwans Interesse an TPP begrüßen.
<P>Russels Aussage am 5. Februar dieses Jahres vor dem Asien-Pazifik-Subkomitee für Auswärtige Angelegenheiten des US-Repräsentantenhauses erkannte die Bemühungen der Republik China an, die Rolle des regionalen Friedensstifters auszufüllen. Während der Anhörung sagte Russel, dass die Prinzipien der Friedensinitiative Ostchinesisches Meer (<I>East China Sea Peace Initiative</I>, ECSPI), die Ma im August 2012 angeregt hätte, „der Strategie und den Bemühungen der USA sehr nahe“ seien, namentlich in puncto Respekt vor Völkerrecht und friedlicher Beilegung von Disputen.
<P>Ein Schlüsselprinzip von ECSPI lautet, dass Souveränität zwar nicht eingeschränkt werden kann, Naturschätze dagegen geteilt werden können. Ma verwies auf das Fischereiabkommen mit Japan von 2013 als Beispiel für die Anwendung dieses Prinzips. „In den jüngsten Jahren ist die Gefahr der Konfrontation wegen der Diaoyutai-Inseln (釣魚臺列嶼) erheblich gewachsen“, argumentierte Ma. „Deswegen habe ich die Friedensinitiative Ostchinesisches Meer vorgeschlagen. Ich wollte vorführen, dass ein unterschiedlicher Weg und ein hilfreicherer Ausgang möglich sind.“
<P>Taiwanische Fischerboote sind seit langem in den Gewässern um die Diaoyutai-Inseln aktiv; die unbewohnte Inselgruppe liegt rund 100 Seemeilen nordöstlich von Taiwan. Die Republik China beharrt fest darauf, dass die Inseln untrennbarer Bestandteil des Hoheitsgebiet des Landes sind, doch Japan und Festlandchina erheben ähnliche Ansprüche. Der Präsident machte darauf aufmerksam, dass Taiwans Abkommen mit Japan es Fischerbooten aus beiden Ländern zum ersten Mal seit 40 Jahren erlaube, sich in umstrittenen Gewässern mit einer Fläche zwei Mal so groß wie Taiwan unweit der Diaoyutais zu betätigen.
<P>Das bahnbrechende Fischereiabkommen zwischen Taiwan und Japan wurde unter Dach und Fach gebracht, fast zwei Jahrzehnte nachdem die Gespräche Mitte der neunziger Jahre begonnen hatten. Lin Hsien-sen, Dozent an der Abteilung für Ostasienstudien der Pädagogischen Hochschule Taiwan (<I>National Taiwan Normal University</I>, NTNU) in Taipeh, weist darauf hin, dass es das erste Abkommen war, das Taiwan mit einem Nachbarland über sich überlappende Ausschließliche Wirtschaftszonen (<I>Exclusive Economic Zone</I>, EEZ) im Einklang mit dem 1994 in Kraft getretenen Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (<I>United Nations Convention on the Law of the Sea</I>, UNCLOS) unterzeichnete. „Das Fischereiabkommen mit Japan entschärft eine mögliche Zeitbombe, welche das Verhältnis zwischen Taiwan und Japan jederzeit hätte destabilisieren können“, enthüllt Lin. „Außerdem bietet es ein Modell für Lösung von Zwistigkeiten im Ostchinesischen Meer.“
<P>Das Fischereiabkommen ist einer von mehreren Durchbrüchen, die Taiwan und Japan in den jüngsten Jahren erzielt haben. 2011 unterzeichneten beide Seiten ein Investitionsabkommen, eine wichtige Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Japan für Taiwan der zweitgrößte Handelspartner ist und Taiwan für Japan der fünftgrößte. Außerdem erreichten beide Länder nach mehr als zehn Jahren vorbereitender Gespräche eine Übereinkunft, durch die Hunderte antike chinesische Kunstgegenstände aus Taipehs Nationalem Palastmuseum in Japan ausgestellt werden können. Nach Lins Worten haben solche Vorgänge beträchtliche politische Bedeutung und erweitern die gegenseitigen unterstützenden Bindungen zwischen den beiden Ländern.
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<IMG alt="Ein strahlendes neues Kapitel-2" src="https://image.taiwantoday.tw/images/MMO/heute images/g201405p7.jpg" MMOID="219409">
<P>Im Januar dieses Jahres fand in Taipeh eine Folgekonferenz zum taiwanisch-japanischen Fischereiabkommen statt. (Foto: Central News Agency)</P></DIV>
<P>Im Hinblick auf Taiwans Verhältnis mit Festlandchina gilt die Aufrechterhaltung und Förderung des Friedens in der Taiwanstraße als eine der eindrucksvollsten Leistungen von Ma Ying-jeous Administration, welche der politischen Richtlinie „keine Wiedervereinigung, keine Unabhängigkeit und keine Gewaltanwendung“ folgt.
<P>„Dank der Bemühungen beider Seiten sind die Beziehungen über die Taiwanstraße derzeit besser als in den sechs Jahrzehnten zuvor“, verkündete Ma in der Videokonferenz. „Bislang haben zehn bilaterale Gesprächsrunden stattgefunden, auf denen insgesamt 21 Abkommen unterzeichnet wurden, und für die Zukunft ist die Einrichtung von Repräsentativbüros geplant.“ Ma stellte fest, dass die friedlichen und stabilen Beziehungen über die Taiwanstraße von Russel gelobt worden waren — vor dem Komitee für Auswärtige Beziehungen des US-Senats hatte Russel unlängst ausgesagt, „wir [in den USA] begrüßen und loben den außerordentlichen Fortschritt, der sich unter der Ma-Administration in den Beziehungen über die Taiwanstraße vollzogen hat, ganz ungemein.“
<P><B>Attraktiver Standort</B>
<P>Während der Videokonferenz pries Wolfowitz Ma dafür, „die Beziehungen über die Taiwanstraße in einer Weise umgewandelt zu haben, die nicht nur für Taiwan und Festlandchina, sondern auch für die USA positiv“ sei. Wolfowitz stellte fest, durch die enger werdenden Wirtschaftsbeziehungen über die Taiwanstraße könnte Taiwan ein weitaus attraktiverer Standort für US-amerikanische Firmen werden. „Wir arbeiten sehr hart daran, mehr amerikanische Firmen nach Taiwan zu locken“, sagte er. „Was Sie bei den Beziehungen über die Taiwanstraße geleistet haben, ist in dieser Hinsicht hilfreich.“
<P>Wolfowitz fuhr zudem fort, die jüngsten Proteste in Taiwan wegen der Überprüfung des Dienstleistungshandelsabkommens über die Taiwanstraße (das im Juni 2013 unterzeichnet worden war) im Legislativ-Yuan (立法院) — also Taiwans Parlament — hätten ihn verblüfft. „Das ist aus Gründen, die mich offen gestanden überraschten, umstritten geworden, weil ich das sehr starke Gefühl habe, dass mehr Offenheit Taiwans zu Handel für Taiwans Zukunft und die Demokratie des Landes von entscheidender Bedeutung ist“, führte er aus. „Ich spüre jedoch, dass es Menschen in Taiwan gibt, die irgendwie besorgt sind, all das werde Taiwan zu sehr Festlandchina in die Arme treiben.“
<P>Ma antwortete darauf, die Auswirkungen des Dienstleistungsabkommens auf Taiwans Gesellschaft würden berücksichtigt. Die Regierung bemühe sich außerdem, Handelsbeziehungen mit anderen Ländern zu entwickeln, etwa den Mitgliedsländern des Verbandes Südostasiatischer Nationen (<I>Association of Southeast Asian Nations</I>, ASEAN). Es gehe darum, „unsere Export-Zielländer zu diversifizieren und den Menschen klarzumachen, dass wir dabei nicht alles auf nur eine Karte setzen“, beschwichtigte der Präsident.
<P>Marktliberalisierung wird für Taiwan notwendig sein, um den Handel in der Region zu verstärken oder um Mitgliedschaft in RCEP und TPP zu gewinnen. Ma sagte, der beste Weg für Taiwan, Entschlossenheit zur Öffnung von Märkten unter Beweis zu stellen, sei die Unterzeichnung von Handelsabkommen mit Taiwans größtem Handelspartner, nämlich Festlandchina, sowie mit Japan und anderen Ländern. „Für eine kleine aber offene Volkswirtschaft wie Taiwan ist dies wahrscheinlich der einzige Weg, dass wir es tun könnten und sollten“, schloss Ma.
<P><B><I>(Deutsch von Tilman Aretz)</I></B>]]></description></item><item><title><![CDATA[Ein Rezept für Beteiligung]]></title><link><![CDATA[https://taiwanheute.tw/Archiv/Politik/101504/Ein-Rezept-f%C3%BCr-Beteiligung]]></link><guid>101504</guid><pubDate>2014/05/01</pubDate><description><![CDATA[Geschichten über den Erfolg des Gesundheitswesens der Republik China verbreiten sich weiter über den ganzen Erdball. Im März dieses Jahres etwa sagte Taiwans ehemaliger Gesundheitsminister Yeh Ching-chuan (葉金川) vor dem US-Senat aus, während im Land der unbegrenzten Möglichkeiten weiter über das Gesundheitswesen debattiert wurde. Man hatte Yeh eingeladen, im Senat die Vorzüge von Taiwans nationaler Krankenversicherung (<I>National Health Insurance</I>, NHI) zu erläutern. Im Januar dieses Jahres listete die Reiseinformations-Website CNNGo das NHI-System unter den zehn Dingen auf, die man in Taiwan besser mache als sonstwo. Die Republik China ist bereit, auf diesem Erfolg aufzubauen und zur Weltgesundheit beizutragen, indem das Modell von Taiwans Beteiligung an der Weltgesundheitsversammlung (<I>World Health Assembly</I>, WHA) — dem Beschluss fassenden Gremium der Weltgesundheitsorganisation (<I>World Health Organization</I>, WHO) — erweitert wird und dadurch an WHO-Aktivitäten teilgenommen wird.
<P>Beim Weltgesundheitsforum 2013, das im November vergangenen Jahres in Taipeh stattfand, bemerkte Staatspräsident Ma Ying-jeou (馬英九), dass das NHI-Programm 99,6 Prozent von Taiwans Bevölkerung erfasse. Gleichzeitig bietet das System Pflege in über 92 Prozent aller medizinischen Einrichtungen im Land, so dass man leicht Behandlungsmöglichkeiten finden kann. Patienten können überdies unter einem großen Angebot von Ärzten, Spezialisten und Heilkundlern traditioneller chinesischer Medizin (TCM) wählen.
<P>Taiwans universaler Gesundheitsschirm wurde ohne wesentliche Ausgabensteigerung aufgespannt, denn mit weniger als 2 Prozent aller Gesundheitsausgaben sind die Verwaltungskosten von NHI die niedrigsten der Welt. Neben dieser Effizienz liegt die Zustimmungsrate unter den Patienten seit dem Beginn von NHI im Jahr 1995 zwischen 70 und 80 Prozent. Eine weitere Erhöhung der Effizienz brachte im Juli 2013 die Gründung des Ministeriums für Gesundheit und Soziales (<I>Ministry of Health and Welfare</I>, MOHW) mit sich, das einige Behörden aus dem Gesundheitsbereich, die zuvor in anderen Verwaltungszweigen angesiedelt waren, zusammenfasst. Nach Präsident Mas Worten ist das MOHW eine wichtige Komponente bei den Bemühungen der Regierung, der ganzen Nation umfassende Versorgung angedeihen zu lassen. Ein früherer Schritt in Richtung größere Effizienz wurde 2010 unternommen, als die Regierung damit begann, die Entwicklung eines elektronischen Archivs für medizinische Daten mit Zuschüssen zu finanzieren. Den Erwartungen zufolge sollen alle Krankenhäuser des Landes bis 2015 Zugang zu dem System haben.
<P>Seit 2009 konnte Taiwan auf seinen gesundheitlichen Errungenschaften aufbauen, indem es als Beobachter an der WHA teilnahm. Die Gewährleistung universaler Gesundheitsfürsorge war zum Beispiel 2012 und 2013 ein wichtiges Diskussionsthema bei der WHA, und dank des NHI-Programms verfügt Taiwan über einen reichen Erfahrungsschatz, den das Land mit anderen teilen kann.
<P>Lediglich ein oder zwei Wochen im Jahr in der WHA herumzusitzen gibt Taiwan indes wenig Gelegenheit, sein Fachwissen mit der internationalen Gemeinschaft zu teilen. Im Laufe von neun Tagen im Mai 2013 zum Beispiel eilten Taiwans Repräsentanten durch 23 technische Einschaltungen bei Komiteesitzungen und 21 bilaterale Konsultationen mit WHO-Mitgliedern. Damit Taiwan seinen Teil dazu leisten kann, die Visionen der Konferenz umzusetzen, ist es auch erforderlich, dass die Gesundheitsfunktionäre des Landes außerhalb des WHA-Rahmens Anschlussdiskussionen über drängende globale Gesundheitsfragen verfolgen.
<P>Daneben wird Taiwan weiter als wichtiger Versorger für internationale Gesundheitshilfe agieren. Zum Beispiel unterhält Taiwan langfristige medizinische Hilfsmissionen für die Bekämpfung von Problemen wie Diabetes, Bluthochdruck und Parasiteninfektionen in verbündeten Ländern in Afrika, der asiatisch-pazifischen Region und Lateinamerika. Außerdem hat das internationale Gesundheits-Schulungszentrum Taiwan unterm MOHW über 820 ausländische Mediziner aus fast 50 Ländern ausgebildet, die nach Abschluss der Schulung in Taiwan in ihre Heimat zurückkehrten und dort ihre neu erworbenen Fertigkeiten einsetzten.
<P>Mit Arbeit durch WHO-Kanäle könnte Taiwan in die Lage versetzt werden, weit mehr für die Weltgesundheit beizusteuern. Im Juni 2013 startete die WHO beispielsweise den Globalen Hepatitis-Netzverbund in Singapur. Bei der Verhütung und Behandlung von Hepatitis verfügt kaum ein Land der Welt über so reiche Erfahrung und modernere Methoden wie Taiwan. 1986 war Taiwan das erste Land der Welt, in dem Hepatitis B-Impfungen für alle Neugeborenen Vorschrift wurden. Dadurch wurde die Hepatitis B-Infektionsrate von rund 10 Prozent im Jahr 1984 auf 0,6 Prozent im Jahr 2009 gesenkt. Angesichts dieses Erfolges darf man sich fragen, wie viele Fälle chronischer Leberkrankheit in der ganzen Welt Taiwan durch Arbeit mit dem WHO-Netz verhüten könnte.
<P>Im Mai 2005 verabschiedete die WHA eine Resolution, welche die Mitgliedsstaaten dazu aufruft, Krebskontrollprogramme zu entwickeln und zu verstärken. Die Republik China reagierte damit, dass sie das nationale Krebs-Verhütungsprogramm ankurbelte, das bis 2020 eine Verminderung der Krebs-Sterblichkeitsrate um 20 Prozent erzielen soll. Taiwans Forscher entwickeln nun neue Krebs-Untersuchungstechniken und nutzen überdies Gensequenzierung, um maßgeschneiderte Chemotherapie-Behandlungen zu gestalten, und mit solchen Durchbrüchen könnte man Patienten in der ganzen Welt helfen.
<P>Vom erfolgreichen Betrieb eines universalen Gesundheitsfürsorgesystems bis zu medizinischer Hilfe im Ausland und reicher Erfahrung bei der Bekämpfung chronischer Krankheiten — Taiwan hat einen umfangreichen Erfahrungsschatz im Gesundheitsbereich angesammelt. Wie man so schön sagt, Krankheiten kennen keine Grenzen. Das Gleiche sollte für die Behandlung von Krankheiten gelten, und daraus folgt, dass es höchste Zeit ist, das WHA-Modell auszudehnen, damit Taiwan sich ausgiebiger an WHO-Aktivitäten beteiligen kann.
<P><B><I>(Deutsch von Tilman Aretz)</B></I><BR></P>]]></description></item></channel></rss>